Jesaja zeichnet ein Bild des Friedens für uns

09.10.20, 08:12
Gert Scholand, Diakon

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen,

könnte es auf dieser Erde einen Ort geben, an dem die Menschen gut zusammenleben, ohne von Krieg, Ausbeutung und Flucht aus der Heimat geängstigt zu sein? Im Gottesdienst des heutigen Sonntags wird von solch einem Ort erzählt. Festlich gekleidete Scharen strömen auf den Zion, den Gottesberg, wie der Prophet Jesaja diesen Ort nennt. Die Menschen lachen, freuen sich auf ein Gastmahl, ein Festessen mit Spitzenweinen.

Ich versuche mir vorzustellen, dass die Präsidenten der USA, Russlands, Israels, des Iran und Nordkoreas sich auf dem Jerusalemer Tempelberg zu einem Festessen treffen und auch Vertreter der Palästinenser dazu einladen. Es würden feinste Speisen und erlesene Weine gereicht. Das gute Essen würde wirken, die Gesichter sich entspannen und am Schluss würden alle verfeindeten Parteien in großer Sympathie miteinander trinken. Das erscheint zwar unrealistisch, aber wir können uns eine solche Szene zumindest vorstellen und sie mag uns helfen, einen Zugang zu der heutigen Jesajalesung zu gewinnen.

Jesaja geht noch weit über dieses Bild hinaus. Dort ist es ein Festmahl für alle Völker. Der Gastgeber ist nicht ein noch so mächtiger Mensch, der das Festmahl gibt, sondern Gott selbst. Es muss also, wenn Feinde zusammenkommen, zuerst einmal mit Essen und Trinken eine gute Grundlage gelegt werden, dass sie Frieden miteinander schließen.  Das geschieht „an jenem Tag“, wie ihn Jesaja in seinem Text nennt. Gemeint ist jener Tag am Ende der Tage, wenn Gott seine Herrschaft antritt. Es wird dann ein großes Krönungsmahl geben und alle, wirklich alle, sind eingeladen. Gottes Herrschaft ist wirklich global und kennt keine Grenzen mehr.

Die Gedanken Jesajas gehen über seine Zeit, die unsere und die nach uns folgende Zeit weit hinaus, weil sie ganz Gottes Zeit sein wird. Nur Gott kann alles Trennende und Verbergende, was die Völker der Welt voneinander und letztlich von Gott trennt: Sünde und Tod – wegnehmen. Die vielen Tränen, die in Jahrtausenden bei den Menschen geflossen sind, werden weggewischt. Die Spuren des Unfriedens, der Trennung von Gott, der Sünde und des Leids werden beseitigt.

Noch ein zweites Mahl lesen wir im Jesajatext: „An jenem Tag wird man sagen: Seht das ist unser Gott, auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt, er wird uns retten.“

Diese Rettung hat mit dem Kommen, dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi bereits begonnen. In jeder heiligen Messe feiern wir die große Einladung Gottes, die nicht für die Zukunft, sondern für die Gegenwart ausgesprochen ist.

Im Namen des Seelsorgeteams wünscht einen frohen Sonntag und eine gesunde Woche

Diakon Gert Scholand       

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