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Vorwort des aktuellen miteinander: Vertiefung des Glaubens

Gott verbreitet den Tod um des Lebens willen. Er schafft neues Leben, das nicht mehr im Zeichen des Todes steht.
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Datum:
2. Okt. 2026
Von:
Diakon Gert Scholand

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen,

sind Ihre Gefühle beim Hören oder Lesen dieses Gleichnisses auch von der Heftigkeit der Sprache beeindruckt? Die Brutalität der Winzer gegenüber ihren Untergebenen ist ja nicht mehr zu steigern. Das soll eine frohe Botschaft sein, ein Evangelium?

Es scheint doch nur Verlierer zu geben. Dieser Text des Matthäus ist sicher an Grausamkeit nicht zu überbieten. Steckt neben dieser Grausamkeit, die Jesus in diesem Gleichnis ins Spiel bringt auch noch Antijudaismus?  Die Theologen, die vor vielen hundert Jahren den Text des Matthäus für die Verkündigung in christlichen Gottesdiensten ausgesucht haben, kannten das judenfeindliche Denken und Reden, das sich durch viele Epochen in christlichen und außerchristlichen Kreisen bis heute hindurchzieht.

Biblische Texte, wie das heutige Evangelium, machen es niemanden leicht, die Botschaft Jesu zu verstehen. Kritiker des Christentums sagen ganz offen: Christen verehren, ja beten einen an, der sich selbst als Bote Gottes verstanden hat. Doch er wurde abgelehnt, verworfen und getötet, zwar von den Römern, aber auf Betreiben des Hohen Rates der Juden.

Jesus hatte dieses Gleichnis erzählt, um die jüdischen Religionsführer zu warnen, es nur ja nicht so weit kommen zu lassen. Er hatte keinen Erfolg. Ist also die gesamte Botschaft der Evangelisten von Jesu Tod und Auferstehung niederschmetternd? Weder endet das Matthäusevangelium, noch die permanente Feier der Eucharistie, in der wir Jesu Tod und seine Auferweckung immer wieder neu gedenken, wie das heutige Evangelium.

Gott verbreitet den Tod um des Lebens willen. Er schafft neues Leben, das nicht mehr im Zeichen des Todes steht. Auch das Volk Israel, die älteren Schwestern und Brüder, wie es Papst Johannes XXIII. vor vielen Jahren formulierte, erhalten die Hoffnung auf ein gemeinsames Reich Gottes. Die Verheißung der Eucharistie wird gefeiert „für euch und für alle“.

Wer ewig leben will, muss vorher sterben – in jedem Fall. Wer stirbt, darf auf das ewige Leben hoffen – in jedem Fall. 

In diesem Sinne wünscht eine Vertiefung des Glaubens  

Diakon Gert Scholand  

Bibel offen auf einem Tisch Blätter im Hintergrund