Fast alle Ausstattungsstücke, einschließlich der Fensterverglasung, wurden nachträglich, vermutlich mit der Nutzung als Pfarrkirche ab 1854 erworben. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte auch die Umwidmung des Patronats auf den Hl. Antonius von Padua, einem berühmten Franziskaner, der 1231 verstarb und ein Jahr später heiliggesprochen wurde.
Rochusfigur (Bild 1, unten in der Galerie): Eiche, Mitte 16. Jhdt., neue Farbfassung, typisch, mit Pestbeule auf dem Oberschenkel und einem Hund an seiner Seite, aus der Klosterzeit stammend.
Kruzifix im Altarraum rechts (Bild 2): Holz, 15. Jhdt., Neuerwerbung 1960er Jahre.
Altarraum vorne rechts (Bild 2) : unter einem Gitter ein Stück des ursprünglichen Fußbodens aus glasierten Fliesen.
Altar (Bild 2): neugotisch (19. Jhdt.) mit alttestamentarischen Figuren, die Vorläufer des Opfertodes Jesu waren: Mitte: Melchisedek (Genesis 14,18), links: Abel mit dem Lamm (Genesis 4), rechts: Isaak mit dem Holzbündel (Genesis 22).
Taufstein (Bild 3): neugotisch (19. Jhdt.) Auf der Abdeckung ein Pinienzapfen als Symbol der Fruchtbarkeit und Palmzweige als Symbole der Wiedergeburt und Unsterblichkeit.
Madonna im linken Seitenschiff (Bild 4): Holz, norddeutsch, 14. Jhdt., Neuerwerbung 1970er Jahre.
2 Reliefs mit dem Heiligen Antonius: (Wachs, 18. Jhdt. italienisch) Diese beiden, in barocken Bildkästen gefassten Reliefbilder stammen vermutlich als einzige Ausstattungsgegenstände noch aus franziskanischer Zeit.
„Pestengel": (Eiche, 2. Hälfte 15. Jhdt., Köln): zur Figur des hl. Rochus gehörend und aus der Klosterzeit stammend, das Schriftband nimmt Bezug auf den hl. Rochus und die seit dem 15. Jhdt. nach Seligenthal überlieferte die Rochus-Wallfahrt: „Du wirst der Patron der Pest sein."
Antoniusfigur (Bild 5): (Holz, 18. Jhdt., neue Farbfassung) Herkunft unbekannt.
Franziskusfigur (Bild 6): (Holz, 18. Jhdt., neue Farbfassung) Herkunft unbekannt. Ursprünglich außen in der mittleren Nische über dem Eingang. Da die Figur keine typische Franziskus-Ikonographie aufweist, ist eine Zweitverwendung als „Franziskus“ nicht auszuschließen.
Barockorgel (Bild 7): 1836 erworben, Spielwerk in den 1970er Jahren erneuert.
Dr. Andrea Korte-Böger