1. Türchen

01.12.19 00:02
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Marc M.Kerling

1. Dezember, ein Weg beginnt

1. Türchen (c) St. Servatius Siegburg

Advent beginnt in der Wüste. In der Leere, der Trockenheit, der Erwartung, der Verheißung, nicht der Erfüllung. Denn jedes Jahr aufs Neue freuen wir uns auf den Advent und dann auf Weihnachten, auf Gemütlichkeit, auf Besinnlichkeit, um uns dann immer wieder neu in einem Räderwerk von gar nicht adventlicher Hektik und Stress wiederzufinden.

Manchmal sogar schon vorher, wenn wir jemandem einen Adventskalender versprochen haben. Oft – mit Gruppenzwang oder ohne – im Trubel der Weihnachtsmärkte, der Einkäufe, des Hausputzes, im Trubel um uns herum und in uns selbst – da stimmt doch etwas nicht! Oder ist es zu still? Weil Wüste und Leere auch damit zu tun haben, daß plötzlich jemand weit weg ist, oder ganz weg? Also Erwartung und Sehnsucht, Vermissen und Heimweh, wo doch gerade in der Intensität dieser Gefühle kostbare Wochen vor uns liegen, Vorfreude, Rückkehr, gemeinsame Zeit, neu geschenkt zu bekommen. „Ermöglicher“ sein. Und eine Leere, die ein Geschenk ist, wie eine leere Schale, die gefüllt werden kann … 

Und doch spüren wir irgendwo im Herzen, im Verstand, auch sehr intensiv, dass Advent etwas zu tun haben muss mit den Träumen, die man von der Zukunft träumt, von Glück von Hoffnung. Wir spüren, dass der Advent da ist, und trauen uns nicht, uns selbst zum Mittelpunkt dieser Hoffnung zu machen; die anderen um uns herum, ja, denn wir sind ja Christen und lieben unseren Nächsten und gönnen ihm alles erdenklich Gute. Verschenken uns und Schönes, mit viel Liebe eingekauft, eingepackt, verschickt, aufgehangen. Opfern uns auf für die Firma, für das System, gegen das wir stehen, in der Familie, die wir lieben und die uns liebt. Das ist ja auch gut, nur, vergessen wir uns selbst dabei nicht! Stellen wir uns nicht immer zuallerhinterst an. 

Das Gebot heißt: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst!“ Das ist wichtig; ich bin auch wertvoll; natürlich für die, die davon profitieren, daß ich bin wie ich bin, arbeite wie ich arbeite, Menschen mitziehe, ihnen Vorbild bin oder Wegbereiter. Und natürlich für die, die mich lieben und kennen, mir Gutes wollen, sich nach mir sehnen, mich beschenken und von mir beschenken lassen, sich freuen, mit mir und über mich, und natürlich auch und gerade in Gottes Augen. Und dieser Gott ist Mensch geworden – für mich genauso wie für alle Menschen. Deshalb darf ich auch Mensch sein, darf auch in meinen eigenen Augen wertvoll sein, darf und muss mir auch Zeit gönnen zur persönlichen Besinnung. Ein Innehalten, den Weg auf Weihnachten sehr bewußt gehen, sich erinnern an die großen Verheißungen Gottes. Dann beginnt die Wüste zu blühen und auch wir blühen auf, jeden Tag ein bißchen mehr. Palmen der Oase, die ich jeden Tag aufsuchen kann, Schatten, erfrischendes Wasser – gespannt darauf, wer hier noch Kraft tankt und sich dann mit mir aufmacht, von der Wüste bis Bethlehem … 

Gott, segne meinen Weg auf dich zu.

Segne die Weggemeinschaft derer, die mit mir gehen.

Segne meine Leere, dass sie erfüllt werde.

Amen.

Kirchengemeinde St. Servatius

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