St. Antonius Eingang (c) Andrea Korte-Böger

Das ehemalige Franziskanerkloster Seligenthal

Das ehem. Minoritenkloster – so der korrekte Ordensname - in Siegburg-Seligenthal geht auf eine Stiftung des Grafen Heinrich III. von Sayn und seiner Frau Mechthildis, eine Verwandte der Hl. Elisabeth von Thüringen, aus dem Jahr 1231 zurück. Auf Einladung des Grafenpaares kamen fünf Jahre nach dem Tod des Heiligen Franziskus (1226) Franziskaner nach Seligenthal und besiedelten dort eine Einsiedelei. 1255 wurde die Klosterkirche geweiht und erhielt als Patronat „die Enthauptung Johannes des Täufers“. 

Der Konvent der Franziskaner umfasste nur wenige Mitglieder, die fast alle Pfarrstellen in den umliegenden Dörfern oder auch in der Stadt Siegburg hatten. 

Die ehemalige Klosteranlage mit der Kirche St. Antonius

Wie die ursprüngliche Anlage aussah, ist nicht überliefert. Die Kirche, errichtet in den Jahren zwischen 1231-1255, wurde im Rheinischen Übergangsstil erbaut und präsentiert sich, mit Ausnahme der Fensterformen noch im Originalzustand. Die heutige Farbfassung der Kirche geht auf Originalfarbbefunde zurück, die bei der Restaurierung 1963 aufgefunden wurden. 

Das an die Kirche angrenzende Gebäude ist ein ehem. Klostergebäude – vermutlich das Wohnhaus des Priors - und wurden nach einer Brandkatastrophe im 17. Jhdt. neu errichtet. Der dahinter liegende „Klosterhof“ ist neueren Datums und gehörte nie zum Kloster. 

Das Kircheninnere

Fast alle Ausstattungsstücke, einschließlich der Fensterverglasung, wurden nachträglich, vermutlich mit der Nutzung als Pfarrkirche ab 1854 erworben. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte auch die Umwidmung des Patronats auf den Hl. Antonius von Padua, einem berühmten Franziskaner, der 1231 verstarb und ein Jahr später heiliggesprochen wurde.

Rochusfigur (Bild 1, unten in der Galerie): Eiche, Mitte 16. Jhdt., neue Farbfassung, typisch, mit Pestbeule auf dem Oberschenkel und einem Hund an seiner Seite, aus der Klosterzeit stammend.

Kruzifix im Altarraum rechts (Bild 2): Holz, 15. Jhdt., Neuerwerbung 1960er Jahre.

Altarraum vorne rechts (Bild 2) : unter einem Gitter ein Stück des ursprünglichen Fußbodens aus glasierten Fliesen.

Altar (Bild 2): neugotisch (19. Jhdt.) mit alttestamentarischen Figuren, die Vorläufer des Opfertodes Jesu waren: Mitte: Melchisedek (Genesis 14,18), links: Abel mit dem Lamm (Genesis 4), rechts: Isaak mit dem Holzbündel (Genesis 22). 

Taufstein (Bild 3): neugotisch (19. Jhdt.) Auf der Abdeckung ein Pinienzapfen als Symbol der Fruchtbarkeit und Palmzweige als Symbole der Wiedergeburt und Unsterblichkeit.

Madonna im linken Seitenschiff (Bild 4): Holz, norddeutsch, 14. Jhdt., Neuerwerbung 1970er Jahre.

2 Reliefs mit dem Heiligen Antonius: (Wachs, 18. Jhdt. italienisch) Diese beiden, in barocken Bildkästen gefassten Reliefbilder stammen vermutlich als einzige Ausstattungsgegenstände noch aus franziskanischer Zeit.

„Pestengel"(Eiche, 2. Hälfte 15. Jhdt., Köln): zur Figur des hl. Rochus gehörend und aus der Klosterzeit stammend, das Schriftband nimmt Bezug auf den hl. Rochus und die seit dem 15. Jhdt. nach Seligenthal überlieferte die Rochus-Wallfahrt: „Du wirst der Patron der Pest sein." 

Antoniusfigur (Bild 5): (Holz, 18. Jhdt., neue Farbfassung) Herkunft unbekannt.

Franziskusfigur (Bild 6): (Holz, 18. Jhdt., neue Farbfassung) Herkunft unbekannt. Ursprünglich außen in der mittleren Nische über dem Eingang. Da die Figur keine typische Franziskus-Ikonographie aufweist, ist eine Zweitverwendung als „Franziskus“ nicht auszuschließen.

Barockorgel (Bild 7): 1836 erworben, Spielwerk in den 1970er Jahren erneuert. 

Heiligenverehrung in Seligenthal

Seligenthal ist ein alter Wallfahrtsort. Seit über 500 Jahren pilgert man alljährlich am 16. August nach Seligenthal, um den hl. Rochus von Montpellier zu ehren (1295 -1327). 1706 legten die Seligenthaler ein Gelübde ab, dass, falls ihr Dorf von der von Siegburg  grassierenden Epidemie, der „Roten Ruhr", verschont bliebe, sie eine Kapelle errichten würden. Die Rochuskapelle (Bild 8), erbaut 1709, liegt etwas vor der Klosteranlage an der Straße.

DSD-Stiftung

2006 wurde eine treuhänderische Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gegründet, die sich dem baulichen Erhalt der Klosteranlage widmet.

Karmel St. Elia – Eremitinnen unserer lieben Frau vom Berge Karmel

Seit 2019 lebt im ehem. Pfarrhaus eine christlich-katholische Ordensgemeinschaft päpstlichen Rechtes mit kontemplativer Ausrichtung, die 2001 in Chester/USA gegründet und in den Karmelitenorden aufgenommen wurde.
Infos unter www.karmel-seligenthal.de.

Hl. Messe mit Choralgesang montags bis freitags: 19.00h samstags: 18.00h; sonntags: 17.30h; an Sonn- & Feiertagen 17.00h jeweils gesungene lateinische Vesper.


Andrea Korte-Böger

Anschrift

Kirche St. Antonius
Seligenthaler Str. 78
53721 Siegburg

Weitere Informationen

Eremitinnen Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel

Karmel St. Elia 
Seligenthaler Straße 78
53721 Siegburg

Telefon: 02242 90 58 405
E-Mail: kontakt@karmel-seligenthal.de

Homepage: https://www.karmel-seligenthal.de             

 

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