Kirche St. Jospeh auf dem Brückberg (c) Gabi Pöge

St. Joseph in Siegburg-Brückberg

Seit dem 1. Juli 2009 besteht innerhalb unserer Stadt nur noch eine Pfarrei, die das Patrozinium des hl. Servatius trägt. Damit sind auch wieder alle Tochtergründungen der alten Stadtpfarrei zusammengefasst worden, die im Laufe des 20. Jh. entstanden waren. Im Norden Siegburgs war in den Jahren 1906 bis 1909 zunächst die St.-Anno-Kirche erbaut und der Bezirk 1917 zu einer eigenständigen Pfarrei erhoben worden. Da die Zahl der Gemeindemitglieder weiter zunahm, beschloss der Kirchenvorstand von St. Anno bereits vor dem Zweiten Weltkrieg den Erwerb eines Grundstücks an der Luisenstraße zum Bau einer weiteren Kirche. Das Vorhaben ließ sich unter den Bedingungen der NS-Diktatur und des Zweiten Weltkrieges zunächst jedoch nicht realisieren.

Erst Mitte der 1950er Jahre konnten die Pläne wieder aufgegriffen werden, als Bauplatz wurde jetzt ein von der Stadt Siegburg zur Verfügung gestelltes Gelände gewählt, inmitten der sich entwickelnden Wohnbebauung auf dem Brückberg am Adolf-Kolping-Platz gelegen, nicht weit entfernt von der neuen katholischen Volksschule, der heutigen Adolf-Kolping-Schule. Mit der Planung der Kirche wurde der an den Kölner Werkschulen lehrende Architekt Stefan Leuer beauftragt.

Im Januar 1956 begannen die Bauarbeiten, am 18. März 1956 legte der vom Erzbischof beauftragte Prälat Peter Lewen feierlich den Grundstein. Auf Wunsch der Kolpingsfamilie wurde die neue Kirche dem besonderen Gedächtnis des Gesellenvaters gewidmet und dem hl. Joseph, dem Patron der Arbeiter, geweiht. Wäre der Gründer des Kolping-Werkes bereits zu diesem Zeitpunkt seliggesprochen gewesen, wäre der selige Adolph Kolping vermutlich Patron der neuen Kirche geworden.

Das Richtfest konnte am 4. Oktober 1956 gefeiert werden und am 16./17. März 1957 erfolgte – dem damaligen Ritus entsprechend – an zwei Tagen die feierliche Konsekration durch den Kölner Weihbischof Joseph Ferche. Erster Seelsorger wurde der an St. Anno tätige Kaplan Wilhelm Heppekausen, der mit der Erhebung des Seelsorgebezirks am 1. Oktober 1957 zur Rektoratspfarrei zugleich zum ersten Pfarrer ernannt wurde. 

Das Kirchengebäude

Die Kirche St. Joseph mit ihren tief herabgezogenen Dächern und dem unverputzten Backsteinmauerwerk stellt die Mitte eines Pfarrzentrums dar, das Stefan Leuer hier in idealer Weise realisieren konnte. Der Kirche zugeordnet und mit ihr baulich verbunden sind vier eingeschossige Gebäudetrakte, die alle notwendigen Funktionen umfassen, wie sie zur Erbauungszeit für die Pfarrseelsorge als notwendig angesehen wurden. Neben Pfarrerwohnung, Pfarrbüro und Sakristei gibt es eine Werktagskapelle, einen großen Pfarrsaal mit Neben- und Versammlungsräumen, Räume für Gruppenstunden und Jugendarbeit. Weitere Trakte umfassen den Kindergarten sowie Dienstwohnungen für Subsidiar und Küster. Der Gesamtkomplex wurde in mehreren Abschnitten bis 1963 fertiggestellt.

Bewusst hat Stefan Leuer in Material und Form äußerlich zunächst eher traditionelle Formen genutzt. Betrachtet man sein Kirchengebäude jedoch genauer ist es ihm gelungen, einen auch für die Erfordernisse der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil erneuerten Liturgie entsprechenden Sakralraum zu schaffen. Der unter einem weiten Satteldach liegende Hauptraum greift das Motiv des Zeltes Gottes – ein in der Sakralarchitektur der Erbauungszeit beliebtes Thema – auf, hat aber mit der warmen Farbe der roten Backsteinwände und der durch gestaffelt angeordnete Rundbogenfensterchen zurückhaltenden Belichtung einen gleichermaßen bergenden wie auf das Mysterium, das sich am Altar vollzieht, hinweisenden Charakter. Der bereits in seiner ursprünglichen Form auf einer weit in den Gemeinderaum hineinragenden, nur wenig erhöhten Altarinsel freistehende Tischaltar (gut zu sehen auf Bild 1 der Bildergalerie unten) wurde durch Pfarrer Heppekausen von Anfang an für eine Zelebration zur Gemeinde hin genutzt, wenn auch die vorkonziliare Liturgie grundsätzlich die gemeinsame Gebetsrichtung von Priester und Gemeinde vorsah.

Im Westen ist der mittlere Bereich des Kirchenschiffs zu einer Taufkapelle mit darüberliegender Orgelempore (2) erweitert und wird von einer modernen Rosette (3) belichtet und gegliedert, Anklänge an Westwerke mittelalterlicher Kirchen sind erkennbar.

Nicht zuletzt dank des Engagements der Gläubigen konnte in den Jahren nach der Weihe die Ausstattung der Kirche vervollständigt werden; bereits zum Weihnachtsfest 1958 erklang   die Orgel zum ersten Mal. 

Ort der Gegenwart des Eucharistischen Herrn ist das Sakramentshaus mit dem Tabernakel (4) in der Apsis. Es ist ein Werk des Siegburger Künstlers Karl-Josef Schneider. Ein silbernes Altarkreuz (5) aus der Kevelaerer Kunstwerkstatt Polders betont das liturgische Zentrum.

In den 1980er Jahren wurde durch Pfarrer Werner Oster die Kirche umfassend renoviert, dabei der Chorraum und der Hochaltar behutsam modernisiert. In die Amtszeit von Pfarrer Winfried Rameil – damals zugleich Pfarrer an St. Anno –, dem letzten Pfarrer der selbständigen Pfarrei St. Joseph, wurde noch ein Orgelneubau realisiert. Das Werk der Firma E. F. Walcker erhielt am Christkönigsfest 1988 durch den damaligen Siegburger Abt Dr. Placidus Mittler OSB seine kirchliche Weihe.

Der freistehende Glockenturm (6), ein zylindrischer Kampanile mit flachem Kegeldach, liegt östlich vor der Chorapsis und beherbergt ein Geläut aus drei Glocken.

Von den modernen Sakralbauten unserer Pfarrei gehört St. Joseph zweifellos zu den bedeutenden – die Kirche steht daher auch bereits unter Denkmalschutz – und die Gesamtanlage sicherlich den überzeugendsten Gesamtgestaltungen als steingewordenes Ideal lebendiger Gemeinde geschart um Christus, das Haupt, als seine Glieder berufen Zeugnis zu geben in der Welt.

Jens Kröger

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