Krankenhauskapelle Herz Jeus am Helios Klinikum in der Innenstadt (c) Gabi Pöge

Die Herz-Jesu-Kapelle

Die Geschichte der Herz-Jesu-Kapelle, die zugleich als Krankenhauskapelle dient, reicht weiter zurück, als es der heutige Sakralbau zunächst vermuten lässt.

Ihre Geschichte ist eng verbunden mit der Entwicklung des Siegburger Krankenhauses, das Ende des 19. Jahrhunderts ein für damalige Maßstäbe modernes Gebäude an der Ringstraße erhielt. Ermöglicht wurde dies durch eine Stiftung der Schwestern Gertrud und Wilhelmine Hagen, die hierfür Grundstück und Baukapital zur Verfügung gestellt hatten. Ihrem Wunsch entsprechend wurde mit dem Krankenhausneubau zugleich eine Kapelle errichtet, die das Herz-Jesu-Patrozinium erhielt und in das Eigentum der St.-Servatius-Pfarrei übertragen wurde. Am 15. November 1882 konnte der Vorgänger der heutigen Kapelle benediziert und seiner gottesdienstlichen Bestimmung übergeben werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es Überlegungen, das inzwischen sanierungsbedürftige und räumlich beengte Krankenhaus aus dem Innenstadtbereich zu verlegen; letztendlich kam es dann aber in den Jahren 1962 bis 1969 zu einem Neubau auf dem bisherigen erweiterten und arrondierten Areal. Mit den Altbauten des Hospitals wurde auch die alte Herz-Jesu-Kapelle 1966 abgebrochen. Als Ersatz entstand das jetzige Gotteshaus, dessen Pläne auf Professor Harald Deilmann aus Münster zurückgehen, den Architekten, der auch den Krankenhausneubau selbst entwarf. Erster Spatenstich war am 31. März 1964 und am 6. Mai 1966 benedizierte der damalige Pfarrer von St. Servatius, Dechant Dr. Johannes Becker, die heutige Kapelle. 

Es handelt sich dabei um einen auf quadratischem Grundriss errichteten Zentralbau, der über die Diagonale erschlossen wird und nach Westen ausgerichtet ist. Der Hauptbau zeigt vier regelmäßig gestaltete Seiten mit flachen Giebeln und wird von einem gefalteten flachen Rhombendach überdeckt. Die Erschließung erfolgt durch dreiteilig gestaltete Portale an Nordost- und Südostseite. Während die Sockelgeschossflächen der Wände sonst geschlossen sind, wird der darüberliegende Bereich fast vollständig von Fenster geöffnet, die die Form unregelmäßiger Fünfecke besitzen. Harald Deilmann hatte ursprünglich durch die Verwendung gleicher Materialien für den Außenbau optisch eine Verbindung mit den übrigen Krankenhausbauten hergestellt. Diese Einheit ist in den vergangenen Jahren durch die umfassende Fassadensanierung des jetzt zum Helioskonzern gehörenden Klinikums verlorengegangen. Ein in der ursprünglichen Entwurfsplanung vorgesehener Glockenturm wurde nicht realisiert.

Der Kapellenbau ermöglichte auf Ebene der Orgelempore durch zwei fensterlose brückenartige Verbindungsgänge den unmittelbaren Zutritt zum eigentlichen Krankenhausgebäude im Norden sowie zu einem östlich gelegenen Trakt. Hier befand sich die Klausur eines Franziskanerinnenkonvents, betreuten doch von 1854 bis 1970 Aachener Franziskanerinnen das Siegburger Krankenhaus. Die selige Mutter Franziska Schervier, die Ordensgründerin, hatte 1854 persönlich die ersten Schwestern nach Siegburg gebracht. 

Betritt man das Gotteshaus, ist man sofort von der eindrucksvollen Gesamtstimmung (Bild 1 in der Bildergalerie unten) gefangen, die maßgeblich durch die Leuchtkraft der Betonglasfenster (Bild 2) unterstützt wird, die der Baiersbronner Künstler Hans-Günther Schmidt – ebenso wie die Portale – gestaltete. Die Binnengliederung der Fenster zeigt ein modernes Maßwerk, das sich nach oben hin verdichtet. Dabei wird ein Grundraster aus je sieben senkrechten und sechs waagerechten Stäben von solchen in diagonaler Anordnung durchzogen, so dass rautenförmige Abschnitte erkennbar werden. Die liturgische Ausstattung, von der das über dem Altarraum frei in den Innenraum ragende Kreuz (Bild 3) besonders beeindruckt, gehen auf die Münsteraner Künstlerin Hilde Schürk-Frisch zurück, die auch die – inzwischen durch neue Werke ersetzte – Erstausstattung von Altar, Ambo und Sakramentsstele schuf. Die Wände seitlich des Altarraums besitzen unterhalb der Fenster zentral angeordnete Nischen, die eine Herz-Jesu-Figur (Bild 4) und ein Marienbild (Bild 5) aufnehmen und zu persönlicher Andacht einladen.

Jens Kröger

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53721 Siegburg

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