Kirche St. Mariä Namen in Braschoß (c) Martina Sedlaczek

Kirche St. Mariä Namen

Im Jahre 1863 wurde im Ortskern von Braschoß die erste Kapelle errichtet. Die Baukosten für das neue Gotteshaus wurden damals aus den Erlösen des Gemeindewaldes bestritten. Die Weihe der Kapelle erfolgte am 19. September 1863. Das Kirchweihfest mit der Glockenweihe und die damit verbundene erste Kirmes waren Höhepunkte der jungen Gemeinde. 

Einige Jahrzehnte später - 1907 – gründete sich in Braschoß ein Kirchbauverein, der sich u.a. zum Ziel setzte die Kapelle zu erweitern und eine eigene Seelsorgestelle einzurichten. Doch mit der Verwirklichung eines Erweiterungsbaues musste man bis nach dem Ersten Weltkrieg warten. 1923, genau in der Inflationszeit, war es soweit, dass die Arbeiten beendet waren. Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Verbindung zwischen Braschoß und der Pfarre Seligenthal sehr eng. Jeden Sonntag besuchten die Braschoßer Gläubigen den Gottesdienst in der Seligenthaler Pfarrkirche. Die Jugend musste auch am Sonntagnachmittag an der Christenlehre teilnehmen. Der Pfarrer hielt zweimal in der Woche eine Heilige Messe in der Braschoßer Kapelle und erteilte in der dortigen Schule den Religionsunterricht. 

Von 1910 – 1985 wohnten in Braschoß im Pfarrhaus die tätigen Geistlichen. Wegen Baufälligkeit der Kapelle, u.a. war auch der Dachstuhl vom Hausbock befallen, und der stetig anwachsenden Bevölkerung entschloss man sich Anfang der 60er Jahre zu einem Neubau.

Am 9. Juli 1966 erfolgte die Grundsteinlegung der neuen Kirche Sankt Mariä Namen, die am 30. November 1968 von Weihbischof Dr. Augustinus Frotz feierlich konsekriert wurde. Die Planungen erfolgten durch das Architektenbüro Peter Martini in Bonn, die Bauarbeiten führte die Baufirma Johann Klein aus Friedrich-Wilhelms-Hütte aus.

Bereits 1951 war Braschoß selbständiges Pfarrektorat geworden, blieb aber weiterhin im Verband der Kirchengemeinde Seligenthal, später gehörte es zur Gemeinde Liebfrauen in Kaldauen.

Gerne erinnert man sich an Erzpriester Leo Faustmann, der nach der Flucht aus seiner Pfarrei in Friedeberg (Niederschlesien) als Pfarrektor die Braschoßer Gemeinde von 1946 – 1978 leitete und prägte. Im Jahre 1980 feierte er sein 65jähriges Priesterjubiläum und starb 1981 in Braschoß. Die Presse schrieb in einem Nachruf : „Das Pfarrektorat Siegburg-Braschoß verlor mit ihm einen alten, weisen und abgeklärten Patriarchen“. 

Die Nachfolge übernahm Pfarrer Karl Steimel als Pfarrektor von 1978 – 1985, der nach seiner Zeit als Pfarrer in Carlopolis (Brasilien) von 1952 bis 1978 nach Deutschland zurückgekehrt war. Pfarrer Steimel verstarb plötzlich im Jahre 1985. Die Rektoratsstelle wurde nicht mehr besetzt und ging auf in der Pfarre Liebfrauen, Kaldauen.

Im Rahmen des erzbischöflichen Programms „Zukunft heute“ erfolgte 2008 die Zusammenlegung zur Pfarre Sankt Marien, Kaldauen.

Ab 2012 wurden alle Siegburger Kirchen vereint zur Pfarre Sankt Servatius Siegburg. 

Das angrenzende Pfarrheim

Zum Kirchenbereich gehört auch das Pfarrheim (Bauzeit 1986/1987). Planung und Betreuung übernahm Architekt Josef Hall. Die Einweihung des Heimes fand statt am 27.11.1987 mit Pfarrer Wilhelm Neyer. Dieser Bau war nötig geworden, da sich ein lebendiges Gemeindeleben entwickelt hatte und die Bevölkerung in Braschoß, Schreck und Schneffelrath ständig wuchs. Mit dem Erlös von Pfarrfesten, Weihnachtsbasaren und Vermietungen konnte das Darlehen des Erzbistums mit Hilfe des Bauvereins zügig zurückgezahlt werden. In der Pfarrchronik heißt es, dass eine Reihe von Gewerken in Eigenleistung von Gemeindemitgliedern übernommen wurden.

Da das Erzbistum aus Kostengründen die Bezuschussung von Pfarrheimen nahezu einstellte, gründete die Braschosser Gemeinde mit Unterstützung von Pastor Peter Weiffen 2008 den Pfarrverein, der die Restfinanzierung der jährlichen Unterhaltung des Heims übernahm. Dies wird weiterhin möglich mit Hilfe von Vermietungen, Veranstaltungen und dem Reinerlös der Pfarrfeste.

Innenausstattung der Kirche

Zur Innenausstattung gehören die Emaillearbeiten des Kölner Bildhauers Hanns Rheindorf. Er gestaltete das beeindruckende Altarkreuz (Bild 1 in der Galerie unten). Mit folgenden Motiven hat der Künstler die Balkenenden versehen: Gottvater zeigt auf seinen Sohn (Bild 2), die Jünger bei der Verklärung (Bild 3), Mose mit den Gesetzestafeln (Bild 4) und der Prophet Elia (Bild 5). Der Tabernakel (Bild 6a, b und c), ebenfalls von Hanns Rheindorf gestaltet, zeigt den Auferstandenen, die Hochzeit zu Kana und die Emmaus-Jünger. Die Monstranz (Bild 7), die in der Liturgie eine wichtige Rolle spielt, zeigt die Symbole der vier Evangelisten und ist gekrönt von der Kreuzigungsgruppe: Jesus, Maria (als Symbol der Kirche) und der Evangelist Johannes, getrieben in reinem Gold. Die Kosten für diesen Teil der Monstranz übernahm Erzpriester Faustmann.

Die Glasmalereien der Künstlerin Brigitte Simon aus Lohmar-Inger befinden sich in den Fensternischen rechts (Bild 8) und links (Bild 9) des Altares. Sie zeigen Themen der Sakramente und des Glaubens.

 

Klaus Walterscheid

 

Literatur: 
Leo Faustmann/Josef Hall, Chronik in Bildern und Pressemitteilungen der Kath. Rektoratsgemeinde „St. Mariä Namen Siegburg Braschoß bis 1988“ (als Album). 
P. Gabriel Busch OSB, (Hrsg.), Seligenthal 1231 – 1981, Beiträge zum 750jährigen Jubiläum. Verlag Abtei Michaelsberg, 1981.

Anschrift

Kirche St. Mariä Namen
Braschoßer Straße 50
53721 Siegburg

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