,,Bis Du kommst in Herrlichkeit…“

15.11.19 18:38
Kaplan Thorsten Kluck
Bild zum Vorwort des 33. Sonntags (c) Gabi Pöge

,,Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen!“ Dieses Zitat, das auch aus einer politischen Debatte über die Vergabe von Sozialleistungen stammen könnte, begegnet uns in den Lesungen zum kommenden Sonntag.

Das Problem, das dahinter steckt, ist allerdings ein völlig anderes. Offensichtlich waren die ersten Christen der Meinung, die endgültige Wiederkunft Christi würde sich innerhalb kürzester Zeit ereignen. Zu was sollte man sich also noch anstrengen? Der Alltag mit seinen lästigen Pflichten, seinen Mühen und Sorgen, er wurde nur als Hindernis betrachtet, sich auf diesen großen Tag vorzubereiten. Dessen Zeitpunkt kennen wir aber nicht, auch wenn obskure Zirkel gerne etwas anderes behaupten. Jesus selbst warnt uns im Evangelium davor, solchen  ,,Prophezeiungen“ Glauben zu schenken, weil sie nicht nur verwirrend und angsteinflößend, sondern schlicht und ergreifend überflüssig sind. Wenn uns selbsternannte Propheten versichern, dass wir in der Endzeit leben, dann ist das schließlich keine Neuigkeit. Sie ist nämlich schon lange und zwar schon mit dem ersten Erscheinen Jesu in dieser Welt angebrochen und das Einzige, worauf wir noch warten ist, dass er wiederkommt, um alles zu vollenden. Jetzt aber bloß noch in einer angespannten Haltung zu verharren und nach äußerlichen Merkmalen zu suchen, dass der große Tag unmittelbar bevorsteht, das wird auf Dauer ermüden und – wenn wir den Worten des Evangeliums folgen - auch in die Irre führen. Besser wird es sein, dem Rat des Apostels Paulus zu folgen und in Ruhe unseren Pflichten nachzugehen. Christentum bedeutet für ihn nämlich nicht, die Hände in den Schoß zu legen und alle weltlichen Verpflichtungen als lästige Nebensache zu betrachten. Damit hat er zweifellos recht! Christ sein heißt gerade, die weltlichen Aufgaben nicht geringzuschätzen, sondern sie verantwortungsbewusst wahrzunehmen, in einer Haltung der liebenden Aufmerksamkeit für die vielen Gelegenheiten, wo sich die Ankunft Christi schon täglich ereignet, nämlich überall dort, wo er uns in Gestalt unserer Mitmenschen begegnet und um unsere Zuwendung bittet. Wenn wir unser Leben und unseren Alltag als Christen auf diese Weise gestalten, unserer Hoffnung auf diese Art Ausdruck verleihen, dann bedarf es keiner weiteren Vorbereitung mehr, weil wir zeigen, dass wir schon lange bereit sind für den großen Tag, an dem unser Herr wiederkommen wird in Herrlichkeit um alles zu vollenden.

Im Namen des gesamten Teams wünsche ich Ihnen und allen Ihren Lieben von Herzen einen gesegneten Sonntag, Ihr

Thorsten Kluck, Kpl.

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