Blickfang in St. Mariä Empfängnis: „Das Hungertuch“

11.08.22, 07:43
Uta Köpp, Bildbeschreibung Ulrich Kollwitz
Pater Ulrich Kollwitz brachte das Hungertuch aus Kolumbien mit, als er im letzten Jahr in Rente ging und sich ganz wieder auf dem Stallberg niederließ.

Erstmalig sahen wir in St. Mariä Empfängnis das Hungertuch zu Ostern, wo es als Hintergrund im Altarraum  für das Tridiuum aufgestellt war.

Das Hungertuch (c) Uta Köpp

Es wurde von Adolfo Pérez Esquivel gefertigt in Vorbereitung auf das Gedächtnisjahr „500 Jahre Lateinamerika: 1492-1992“. 

Esquivel wurde 1931 in Buenos Aires geboren und in 1980 in Oslo mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Mitte der 70er Jahre, als die Militärs die Macht übernahmen, wurde er mit seiner moralischen Autorität zum Gewissen Argentiniens, ein unbestechlicher Kämpfer für die Respektierung der Menschenrechte in seinem Land und in ganz Lateinamerika.

Hier nun zur Bildbeschreibung:

„In der Bilderwelt des Misereor-Hungertuches aus Lateinamerika treten die Vertreter der lateinamerikanischen Völker und ihrer Kirche vor unsere Augen. Sie verweisen uns auf die vielfältigen Probleme in Geschichte und Gegenwart, zeigen aber auch den menschlichen und kulturellen Reichtum dieses Subkontinents. Mitten unter den Straßenkindern, Indianerinnen, Bischöfen, Landarbeitern, Ordensfrauen und Indios steht Christus, der Auferstandene. Er ist den Weg des Leidens mit den Beladenen gegangen. Jetzt bekennt er sich als Auferstandener zu ihnen, den Ermordeten, Totgeschlagenen, Entführten, Verachteten, der Subversion Bezichtigten, weil sie ihr Leben geopfert haben im Glauben an Gottes Liebe und im Dienst an den Armen. Die Namen dieser Blutzeugen sind verzeichnet im Martyrologium der lateinamerikanischen Kirche. Es sind bekannte Namen wie Bischof Romero, Sr. Ita Ford, Chico Mendes und P. Luis Espinal, aber auch in Europa unbekannte Namen wie Sr. Alice Dumont, Santo Dias, Luisito Torres oder Doña Tingo.
Diese Blutzeugen sind zur Linken flankiert von den Vertretern der andinen Völker, die auf ihrer Prozession die Statue der Jungfrau Maria mitführen und ihrer Auferstehungshoffnung mit ihren Musikinstrumenten Ausdruck verleihen.

Links unten sitzt als Symbolfigur Pachamama, die Mutter Erde, die dem Volk die wichtigsten Produkte der Anden - Mais und Kartoffeln - schenkt. Neben ihr ein indianischer Bauer aus dem Altiplano, der mit seinem Inka-Spaten den Boden bearbeitet. In der rechten Bildecke freuen sich Indianer und Schwarze, deren Sklavenketten gesprengt wurden.
Im Hintergrund des Hungertuchbildes sehen wir die Begegnung der europäischen mit der indianisch-lateinamerikanischen Welt. Rechts oben die Ankunft der Karavellen des Kolumbus, die Konquista und ihre schrecklichen Folgen für die indianischen Völker und Kulturen. Links oben die lateinamerikanischen Großstädte mit ihren Hochhäusern, Fabriken und Favelas. Seit langem haben dort die Menschen Repression, Verfolgung und schwere Menschenrechtsverletzungen zu ertragen.
Im Mittelteil des Bildes sehen wir die Ruinen vom Machu Picchu, die Stufenpyramiden von Tikal, das Sonnentor von Tiahuanaco: Zeugen der indianischen Vergangenheit des Kontinents und Anfragen an die heutige Identität. Die lnti-Sonne über dem Machu Picchu korrespondiert mit der Aureole des Auferstandenen.‘‘

Das Hungertuch wurde in der letzten Woche von der Fa. Jerchow über dem Beichtstuhl in St. Mariä Empfängnis angebracht, worüber wir uns sehr gefreut haben.

Familie Jerchow (c) Uta Köpp

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