Das Geschenk des Augenblicks

23.08.19 13:24
Thorsten Kluck, Kpl. 

Liebe Schwestern und Brüder,

Vorwort zum 21. Sonntag 2019 (c) Gabi Pöge

manchmal stößt eben doch auch eine Frohe Botschaft an ihre Grenzen. Heil für alle und das ohne die geringste Anstrengung, davon kann jedenfalls nicht die Rede sein. Eine solche Sichtweise würde entschieden zu kurz greifen und wenn eine solche Vorstellung vielleicht zunächst verlockend klingt, so blendet sie doch die ernsthaften Mahnungen aus, die uns durchaus auch in den Texten der Hl. Schrift begegnen.

Gnade ist zwar immer Geschenk und damit unverdient, aber billig ist sie deshalb noch lange nicht. Allerdings wäre es nun völlig falsch, sich einem ungesunden Leistungsdruck auszusetzen. Das Endergebnis wäre eine auf Effizienz ausgerichtete Frömmigkeit, die dann ebenfalls an dem vorbeiführt, worauf es wirklich ankommt. Auch das sagt uns das Evangelium. Allein die Tatsache, das Wort Gottes zu hören, das Mahl mit ihm zu feiern – ganz gleich wie oft – reicht nicht aus. Die Botschaft des Evangeliums ist hier sehr ernüchternd. Eine Heilsgewissheit erlangen wir selbst dadurch nicht. Wesentlich ist nur eines. Die Aufmerksamkeit für den rechten Augenblick. Wenn wir ihn nämlich verpassen und die Türe geschlossen wird, war alles andere umsonst und wir werden feststellen, dass alle Bemühungen vergebens waren und die Letzten, von denen vielleicht weitaus weniger Einsatz gezeigt wurde, uns hier voraus waren, nicht wegen ihrer Leistung, sondern einfach deshalb, weil sie das Geschenk des Augenblicks erkannt haben. Wenn wir uns jetzt fragen, wann dieser Augenblick ist, dann gibt es darauf nur eine Antwort. Hier und Heute, JETZT und IMMER. So betrachtet verliert das Evangelium schon viel von seiner vermeintlichen Bedrohlichkeit.

Offene Tür (c) Gabi Pöge

Was bleibt ist die Mahnung zur Wachsamkeit für das Geschenk des Augenblicks, das Geschenk der Gnade Gottes. Wenn es uns gelingt, von diesem Geschenk mehr und mehr Gebrauch zu machen, es ebenso großzügig weiter zu schenken, wie wir es empfangen haben, dann dürfen wir zuversichtlich sein, dass auch uns alle Türen offenstehen, bei Gott und bei allen Menschen, denen wir begegnen. 

Im Namen des gesamten Seelsorgeteams Ihnen und Ihren Familien einen gesegneten Sonntag und alles Gute für die kommende Woche, 

Ihr
Thorsten Kluck, Kpl. 

Kirchengemeinde St. Servatius

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