Die Feier der Firmung

24.06.22, 18:36
  • Firmvorbereitung 2022
Judith Haneke

Die Feier der Firmung am 20. Juni 2022 in St. Anno

Schon um kurz nach fünf erschienen die ersten Jugendlichen in der Kirche St. Anno: Erwartungsvoll und aufgeregt, denn in einer Stunde sollte die Firmung mit Weihbischof Ansgar Puff hier bei uns gefeiert werden.

Erwartungsfroh vor der Firmung (c) Susanne Coenen

23 junge Menschen hatten sich in den letzten Monaten auf diesen Tag vorbereitet. In acht Treffen, einem Kennenlernnachmittag und einem Versöhnungsabend setzten sie sich mit ihrem Glauben, dem, was sie als Mensch ausmacht und der Gestaltung ihrer Gottesbeziehung auseinander.

Daran knüpfte auch der Bischof in seiner Predigt an:

Predigt von Weihbischof Puff (c) Susanne Coenen

Als ich gerade im Auto von Köln nach Siegburg saß, hatte ich im Herzen ein Gebet. Ich bat Gott, euch ein wenig von dem Heiligen Geist zu schenken, vom Vertrauen in Gott und von Jesu Art, mit den Menschen umzugehen. Die Firmung stellt keinen Abschluss eurs Glaubensweges dar, denn wenn ihr den Heiligen Geist bekommt, wenn ihr euch wirklich nach IHM sehnt, dann wird er euch verändern. Ihr erfahrt Ermutigung in Zeiten, die schwierig sind: der Krieg in der Ukraine, der Klimawandel, Corona, persönliche Sorgen. Gott kennt euch, er weiß, was ihr braucht. Auch Petrus, der Fels, war einst unsicher. Einerseits hat er Jesus zugesagt, nicht von seiner Seite zu weichen, doch als es ernst wurde, hat er ihn verleugnet (die Sache mit dem Hahn). Als aber der heilige Geist auf die Jünger herab kam, bekam er den Auftrag von Christus, der sagte „Auf dich, Petrus, werde ich meine Kirche bauen.“Auch ihr könnt mit Hilfe des Heiligen Geistes Krisen bewältigen.

Eine zweite Sache, die der heilige Geist in euch bewirkt, ist die Tatsache, dass er euch Jesus ähnlich macht. Ihr werdet das nicht selber merken, aber eure Freunde werden das merken. Euer Verhalten wird sich Jesu Verhalten angleichen: Ihr werdet niemanden verurteilen, werdet Schwächen zugeben können, werdet barmherzig sein und ein großes Herz haben. Wenn euch zum Beispiel auf dem Schulhof einer ins Gesicht schlägt, werdet ihr nicht zurück schlagen. Beim zweiten Schlag werdet ihr sagen: „Halt! Stopp, bis hierhin und nicht weiter“. Man muss sich nicht alles gefallen lassen. Ihr werdet eine Faust in der Tasche machen und weggehen. Aber ihr werdet keinen Hass im Herzen spüren. Das alles bewirkt der Heilige Geist.

Drittens schenkt der Heilige Geist euch Hoffnung. Ich hatte einmal eine Schulklasse in die Kirche eingeladen.
Auf meine Frage: „Wie kommt man denn in die Kirche rein?“, antwortete eine Schülerin: „Durch die Tür.“ Sie meinte das Gebäude. Die Kirche ist für viele Menschen nur noch eine Institution, in der es ungerecht zugeht. Die Menschen verlassen die Kirche durch diese Tür. Und ich kann die Leute verstehen. Als ich in eurem Alter war, hatte ich auch kein gutes Verhältnis zur Kirche. In die Messe bin ich nicht gegangen: falsche Leute, falsche Musik!

Weihbischof bei der Predigt (c) Susanne Coenen

Doch dann lernte ich einen Pfarrer kennen, der Antworten auf meine Fragen hatte. In Frankreich traf ich auf eine Gemeinde, die von jungen Menschen besucht wurde, in der es gute Musik und gute Gespräche gab. Das war auch Kirche. Ecclesia! Das bedeutet Gemeinschaft derer, die den Ruf gehört haben und zu Christus gehören wollen, die einen Sehnsucht in sich spüren. Das hat damals der Heilige Geist in mir bewirkt und tut er noch heute.
Wenn ihr gleich den Heiligen Geist empfangt, wünsche ich euch, dass ihr diese Sehnsucht spürt, dass ihr Antworten auf eure Fragen bekommt, dass ihr glücklich werdet. Amen.

Nach der Predigt wurde es ernst. Die Namen der Firmlinge wurden aufgerufen, sie erneuerten ihr Taufversprechen und brachten zusammen mit der Gemeinde ihren Glauben durch ein Lied zum Ausdruck.
Anschließend traten die jungen Menschen mit ihrem Paten vor den Bischof und empfingen das Sakrament der Firmung. 

Bei der Firmung (c) Susanne Coenen

Dabei sang der Chor Cantiamo unter der Leitung von Bernd Schaboltas, wofür wir uns sehr herzlich bedanken wollen. Dann nahm die Messe ihren gewohnten Lauf. Im Anschluss daran gab es noch einen Sektempfang mit der ganzen Gemeinde und ein Gruppenfoto mit Weihbischof Ansgar.
Es war ein schöner und bewegender Gottesdienst. Vielen Dank Ihnen, Herr Weihbischof und allen, die die Jugendlichen auf diesem Weg begleitet haben.

Gruppenfoto (c) Susanne Coenen

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