Dienen ja, aber wie?

15.10.21, 10:00
Diakon Marc M. Kerling

Ich staune immer wieder, dass die Evangelien vor 2000 Jahren aufgeschrieben wurden, aber auch heute nicht besser passen könnten: Kennen wir das nicht alle? Anerkennung zu suchen, uns danach zu sehnen? Abgesichert sein zu wollen, die Schäfchen ins Trockene? Wie oft mühen wir uns ab, um Anerkennung und Ansehen zu gewinnen und vergessen darüber, dass bei Gott groß ist, wer fähig ist zu dienen. 

Dienen, ja, aber wie? Dient das, was wir tun, nicht oft genug unseren eigenen Interessen, statt der und dem anderen? Wollen wir nicht lieber Herr der Lage sein, alles gut beherrschen? Und wie oft erleben wir ein Balancieren zwischen Selbsterniedrigung und Größenwahn, statt die Gabe der Demut zu erbitten, damit wir füreinander einstehen statt gegeneinander zu konkurrieren.

Als wäre es eine Erkenntnis im Oktober 2021, ist uns gesagt: Ihr wisst doch und seht es doch überall, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Und die Mächtigen sind dabei gar nicht nur die, die eine hohe Verantwortung und damit eine große Macht innehaben, sondern jede und jeder, der in einem bestimmten Bereich „mächtig“ ist: Die Gefahr, diese noch so kleine Macht zu „missbrauchen“, geht immer mit, und sei es, dass ich ein wenig mehr weiß als die anderen und das zu meinem Vorteil ausspiele. 

In diesem Sinne ist uns auch das gesagt: Bei euch soll es aber gerade nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Mit der wunderbar einleuchtenden Erklärung, dass ja auch Jesus selbst nicht gekommen ist, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen. 

Dienen zu können ist niemals eine Selbstverständlichkeit und für jeden eine Herausforderung. Wer einem anderen dient, der bringt sich in eine bestimmte Situation: Nicht die eigenen Wünsche und Bedürfnisse desjenigen, der dient, haben in diesem Moment Priorität, sondern das, was für den anderen wichtig ist. Wer so dienen kann, ist in der Lage, einen anderen Menschen an die erste Stelle zu setzen: Der andere ist für den Dienenden dann wichtiger als er selbst. 

Dienen und Lieben - zur Rechten und zur Linken (c) Gerd Altmann auf Pixabay

Dienen und Lieben sind so etwas wie die sanfte Revolution in einer Welt des Ellbogeneinsatzes – Jesus hat genau das ans Kreuz gebracht. Ob sich die beiden Jünger an ihre Bitte, zu seiner Rechten und Linken zu sitzen, erinnert haben, als sie später rechts und links neben Jesu Kreuz zwei weitere Kreuze stehen sahen?

Herbstliche Grüße schickt Ihnen mit dem ganzen Pastoralteam: 

Ihr Diakon Marc M. Kerling

Kirchengemeinde St. Servatius

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