Frohe und Gesegnete Ostern ...

19.04.20 14:00
Pfarrer Karl-Heinz Wahlen

Es ist für mich immer eine besondere Freude „Frohe Ostern“ zu wünschen. Zum einen ist es ein Gruß, der an den Ostertagen gerne zurückgewünscht wird und zeigt, wie verwurzelt unsere Christlichen Feste noch sind. Zum anderen, da kann ich meinen kleinen (oder großen) Besserwisser ausleben, wünsche ich „Frohe Ostern“ auch gerne in der Osterwoche und der Osterzeit. In den verdutzten Gesichtern ist dann oft die Frage und der Satz zu erkennen, „Wie? Ostern ist doch schon vorbei!“, worauf ich, wenn es denn ausgesprochen wird, dann schön sagen kann „Wir sind ja noch in der Oktav“ oder „Wir sind ja noch in der Osterzeit“. Und überhaupt, Ostern ist seit der Auferstehung Jesu immer! Und wir feiern es ja jeden Sonntag (oder denken daran).

Dieses Jahr ist es aber anders. Da ich mich daran halte, nicht ohne Grund das Haus zu verlassen, sehe ich nur eine begrenzte Zahl von Menschen. Auch telefonisch und per mail reicht es nicht an die vielen Begegnungen der vergangenen Jahre heran. Und der Besserwisser fällt dabei sowieso aus. Gab es sonst immer neue „Opfer“, so wissen jetzt alle nach wenigen Tagen Bescheid.

„Frohe Ostern“ erscheint aber auch nicht immer passend. Sicher, schön ist es zu erleben, wie optimistisch und kreativ viele mit der momentanen Situation umgehen. Ich denke da an die zahlreichen Umsetzungen von Verbundenheit und Hilfsbereitschaft in unserer Gemeinde und auch in unserer Gesellschaft.

Nicht zu übersehen sind jedoch die Opfer (und eben nicht die, die nur auf Besserwisserei hereingefallen sind): Die Erkrankten, ihre Angehörigen und die Angehörigen der Verstorbenen, die von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit Betroffenen, die um Ihre Existenz Bangenden, die privat und beruflich Angespannten und Überforderten. „Frohe“ Ostern passt hier nicht. Da vergeht einem schnell das Lächeln und Lachen. Und ein aufgesetztes Grinsen wäre sowieso ganz fehl am Platz.

Aber gibt es die Opfer (auf die ein oder andere Weise) nicht immer? Richtig, gerade deshalb heißt der vollständige Gruß auch nicht einfach nur „Frohe Ostern“, sondern wir wünschen „Frohe und Gesegnete Ostern“.

Ostern bedeutet eben nicht, das wieder alles so ist wie vorher (was ja auch nicht immer erstrebenswert wäre), sondern, dass es einen neuen, einen von Gott gesegneten Neu-Anfang gibt. Die Todesbotschaft steht (Unsere Toten bleiben tot!). Sie ist jedoch nicht das letzte Wort. Die Lebensbotschaft erhält eine neue Chance, wo es um neues, von Gott geschenktes, Leben geht.

All das, was Menschen belastet, das Leben nimmt, ist nicht einfach vorbei. Die Geschichte beginnt nicht von Neuem (was eben oft nicht erstrebenswert wäre). Ostern löst auch nicht, wie durch einen Zaubertrick, plötzlich alle Probleme.

 

Neuer Blick (c) Martina Sedlaczek

Ostern gibt den Blick frei, öffnet die Sicht auf eine neue, von Gott geprägte Geschichte. Wenn ich an meine (engen) Grenzen komme, Sicherheiten (worauf ich gebaut habe, auf die ich dachte mich verlassen zu können) verliere, spricht Ostern von Gott, der auch mich weckt, auferweckt zu etwas Neuem/Anderem.

 

Ostern ist ein Fest, das die Liebe spüren lassen will, die Gott zu jedem Einzelnen hat, unabhängig von den konkreten Lebenssituationen. Ostern ist ein Fest, das Zuspruch gibt in (nicht immer zu) diesen Lebenssituationen. Diese Liebe/dieser Zuspruch will erspürt werden, braucht Aufmerksamkeit.

Für die Jünger Jesu klappte die Überzeugung von der Auferstehung Jesu nicht direkt beim ersten Mal. Es brauchte viel Zeit und viele Begegnungen. Es brauchte auch viel Austausch und Nachdenken. Und diese Überzeugung/dieser Glaube schuf kein sorgenloses, schmerzfreies, aber ein erfülltes, von Gott erfülltes, ein gesegnetes Leben.

Ich wünsche uns Aufmerksamkeit für das, was unser Leben gut macht. Ich wünsche allen Zuspruch und Erfahrung von Liebe, die oft überraschend von ganz ungeplanten Seiten kommt. Ich wünsche ein Gespür von und für Gott.

Ich wünsche von Herzen ein „Frohes und Gesegnetes Osterfest!“.

Kirchengemeinde St. Servatius

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