"Gaudete" – "Freut euch!"

11.12.20, 12:00
Dominik Grässlin
Gaudete 2020 (c) Gabi Pöge

„Freut euch!“, ruft uns der Philipperbrief an diesem 3. Adventssonntag zu. „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Der Herr ist nahe“ (Phil 4,4.5). Die Liturgie der Kirche lässt uns wissen, dass das Warten auf die Ankunft Christi bald ein Ende hat, und hellt das dunkle Violett der Gewänder auf. Doch ist uns wirklich nach Freude zumute, vor allem „zu jeder Zeit“? Etwa auch zu dieser pandemischen Zeit?

Das Warten ist uns wohlvertraut – vor allem in dieser Zeit, in der wir das Ende der Corona-Maßnahmen ersehnen. Und wenn es eine Vorfreude gibt, dann doch die auf wirksame Mittel, die uns von den Fesseln der alltäglichen Einschränkungen befreien können. Doch was ist eigentlich, wenn all dies eintritt und wir die Pandemie bezwungen haben? Wird es dann keine Not mehr geben? Welcher Erfolg auch eintreten wird im Kampf gegen das Virus, wird er nicht das Paradies auf Erden bringen. Weiterhin werden Menschen leben und sterben ohne geistlichen Beistand, ohne Hoffnung auf einen Retter. Weiterhin dürsten die Menschen nach Glück, gesunde und kranke. Wir wissen, dass nur Christus diesen Durst stillen kann. Er vermag auch die Seele zu heilen: er ist die „Arznei der Unsterblichkeit“ - und ganz gewiss nur mit positiven Nebenwirkungen! Lassen wir uns mit seiner Gnade impfen und empfangen wir von ihm Stärkung für unsere Seelen, damit wir auch anderen die Freudenbotschaft von Weihnachten bringen können! Sakramente sind freilich keine Magie – sie „funktionieren“ nicht, sondern entfalten ihre Wirkung, wenn wir Gott in uns einlassen. Wie wir uns für Gäste herausputzen, räumen wir auch für den göttlichen Seelengast alles auf! Denn genau das will der Advent sein: eine Zeit der inneren Reinigung, die uns bereit macht, die Gnade vom göttlichen Kind aufzunehmen und weiterzuschenken. Wie ist es um unsere seelische Hygiene bestellt? Desinfizieren wir hier oft genug? Halten wir Abstand zu Dingen, die uns eigentlich schaden? Bitten wir Gott, dass er eine Wache vor unseren Mund stellt (Ps 141,3), damit nichts Schlechtes heraustritt? Wenn die Hygienekonzepte für unser Seelenhaus so lang wären wie die für unsere Häuser aus Stein, wäre doch schon viel gewonnen. Dann stünde am Ende der Pandemie nicht nur die vielbegehrte „Rückkehr zur Normalität“ von gestern, sondern eine ganz neue Normalität, die das Gestern noch übertrifft: ein erneuertes Herz, in dem Gott gerne wohnen will und das andere Herzen ansteckt – mit der Freude des Glaubens!

Wir brauchen in der Pandemie das Rad nicht neu zu erfinden: die Botschaft von Bethlehem gilt uns auch heute, ja mehr noch in diesen Zeiten, in denen Krankheit und Tod allgegenwärtig scheinen. Nutzen wir frei gewordene Kapazitäten, um uns auf das Entscheidende zu besinnen: „Der Herr ist nahe“. Wie könnten wir uns da nicht freuen? „Noch einmal sage ich: Freut euch!“ (Phil 4,4).

Ihr Dominik Grässlin

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