Gedanken zum Jahreswechsel

02.01.21, 12:39
Martina Sedlaczek

Ich habe in den letzten Tagen bei all dem, was zum alten und neuen Jahr geschrieben und gesagt wurde, oft an die Kirchenwerkstatt des Pastoralen Zukunftsweges im Kloster Steinfeld denken müssen, an der ich 2019 teilnehmen durfte. 

Koinonia Autobahn (c) Martina Sedlaczek

Dort haben wir in Plakaten festgehalten, wie wir unsere Kirche aktuell sahen.

Und ein Bild zeigte unsere Kirche und unser Tun in Form einer Autobahn.

Immer geradeaus, bei hohem Tempo, gut abgesichert, man muss nicht nach rechts und links schauen, man nimmt den bequemsten Weg – die Autobahn. Die seitlich existierenden kleinen Straßen und Trampelpfade werden gemieden, man kennt ihre Beschaffenheit nicht so gut, sie sind mit „langsamer am Ziel ankommen“ und „Hindernissen/Unebenheiten“ in unseren Gedanken behaftet.

Nun geschah Anfang 2020 etwas vollkommen Unerwartetes: Die kirchliche Autobahn wurde per staatlicher Verfügung gesperrt. Gottesdienstverbot für 8 Wochen, Versammlungsverbot.

Trampelpfade (c) Martina Sedlaczek

Was blieb übrig? Die Nebenstraßen, die Trampelpfade. Um sie zu begehen, muss man offen sein für Neues, sich auf ein Wagnis einlassen. Trampelpfade kann man nicht mit großem Gepäck begehen, man kann keinen Bollerwagen an Last hinter sich herziehen. Man muss Gewohntes abschütteln, sich oft auf seinen Instinkt/sein Gefühl verlassen, da es keine Führer/Erfahrungsberichte für sie gibt. Immer wieder muss man neu schauen, manchmal suchen, manchmal auch ein paar Meter zurück gehen und einem anderen Pfad folgen, wenn das Gestrüpp zu dicht wird und sich der Pfad verliert. Wenn viele Menschen mit einem gehen, kann sogar ein neuer Trampepfad enstehen, wo noch nichts war.

Wir haben viel Unerwartetes entdeckt, Gemeinschaft anders und neu erlebt, Projekte generationsübergreifend vom 15 Jährigen bis zur Rentnerin durchgeführt, Talente entdeckt, Menschen haben Verantwortung übernommen, sich vor Ort an Ihrem Kirchturm eingebracht.  Fast alle Angebote für Kinder und ihre Familien am Heiligen Abend wurden von Ehrenamtlern erbracht.

Auch das neue Jahr beginnt mit anderen Wegen, aktuell bei der Durchführung der Sternsingeraktion. 

Starten wir zuversichtlich und frohen Mutes in dieses neue Jahr, wir wissen Gott an unserer Seite.

Und ich meine: Belassen wir es nicht nur bei der Hoffnung, dass bald alles wieder so sein kann wie vorher. Schauen wir gut hin: Welche Trampelpfade tun uns und unserem Glauben gut, stärken ihn?

Welche unserer Trampelpfade sind nicht schon zu einer ausgebauten Straße geworden? Das Feiern des Gottesdienstes in kleineren Gruppen (wie bei der EKO und der Firmung) hat eine ganz neue Intensität gewonnen, auf die wir gar nicht mehr verzichten wollen.

Gehen wir mit offenen Augen durch das neue Jahr, aufmerksam für die Zeichen Gottes. 

 

Wir von der Homepageredaktion wünschen Euch, Ihnen und uns ein zuversichtliches gesegnetes neues Jahr!

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