Karsamstag… Es ist der 'leerste' Tag im Kirchenjahr. Leer, im Sinne von Jesus, der vorher noch mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl gefeiert und ihre Füße gewaschen hatte, ist am Kreuz gestorben. Was übrig bleibt ist diese Leere. Das Unwissen, wie es weitergehen soll.
Inhaltlich wurden in kindgerechter Form die Tage bis Ostern (Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag) in der Form der bisher bekannten Weggottesdienste aufgegriffen. Fußwaschung, Tod und Auferstehung wurden in unserem Gottesdienst begreifbar gemacht.
Die Freundinnen und Freunde Jesus, die Jüngerinnen und Jünger wussten nicht, was geschehen würde. Wir wissen dies heutzutage. Mit einer tiefen Ruhe können wir dem Ostermorgen entgegensehen. Das war aber damals vor mehr als 2000 Jahren nicht der Fall. Und dies machten wir uns in unserem Sonderweggottesdienst zu Karsamstag ganz bewusst. Mit den Kommunionkindern und ihren Familien feierten wir in der großen Gemeinschaft in der Kirche St. Mariä Namen in Braschoß.
Eine zentrale Rolle als Symbol nahm dabei die alte Osterkerze ein als wir Jesus in unsere Mitte kommen ließen und von dem hörten, was er erlebt hatte. Dabei lernten wir auch die liturgischen Farben in einem ersten direkten Zusammenhang kennen. Symbolisch wurden dazu immer verschiedene Stolen um die Osterkerze gelegt.
Die Farbe weiß als Farbe der Freude, des Jubels und der Hoffnung, als Jesus auf der Eselin an Palmsonntag in Jerusalem eingeritten kam und die Menschen ihm zujubelten.
Bevor Jesus mit seinen Jüngern das Abendmahl feierte, wusch er ihnen die Füße. Er wollte ihnen ein Beispiel geben, an dem sie ablesen sollten, dass er ihnen nur das vormachte, was sie selbst auch tun sollten. Stellvertretend wusch Katechetin Dagmar Eisenbach ihrer Tochter Andrea die Füße.
Die Farbe rot zeigt an, dass Liebe und Verrat, Vertrauen und Enttäuschung so nah beieinander liegen. Jesus hatte es geahnt, und jetzt geschah es, er wurde verraten, verhört, verurteilt, ausgepeitscht und gekreuzigt. Für all das Leid, das er erlitt, legten wir die rote Stola um die Osterkerze.
Mit einem Blick zum Kreuz gedachten wir der vielen Schmerzen und des Leids, die Jesus erdulden musste. Aber auch daran, dass er kein einziges böses Wort zu seinen Peinigern sagte. Er betete sogar zu Gott in dieser ausweglosen Lage: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
Als Zeichen für seinen Tod, trugen wir langsam und in Stille die Osterkerze durch den Mittelgang nach hinten, pusteten sie aus, kippten sie bewusst um und bedeckten sie mit der schwarzen Stola.
Anschließend gingen wir zur letzten Station des Kreuzweges. Dort spürten wir der Hoffnungslosigkeit, Verständnislosigkeit und Leere der Freunde Jesu nach seinem Tod nach.
Doch enden am Grab tatsächlich unsere Möglichkeiten? Wir entzündeten die Osterkerze und erkannten, dass jetzt alles, was geschehen war, der Kreuzweg, das Leiden, die Wunden, sogar das dunkle Grab in einem ganz neuen Licht erscheinen.
Gott hat Jesus, seinen Sohn, nicht im Stich gelassen. Das Grab war nicht die letzte Station für ihn. Der Tod hatte nicht das letzte Wort, nein, im Gegenteil: Jesus lebt. Und deswegen legten wir wieder eine weiße Stola um die Kerze.
Und mit dieser Freude im Herzen machten wir uns mit kleinen Osterkerzen auf, das Licht in unser Leben zu bringen, die Ostertage mit unseren Familien zu feiern.
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