Nächstenliebe, Gottesliebe und Selbstliebe

23.10.20, 11:00
Marc M. Kerling

Manche Evangelien, liebe Schwestern und Brüder, sind uns so vertraut, dass wir sie zu schnell als klar und selbstverständlich hinnehmen. Vor allem, wenn die Botschaft allgemein anerkannt ist oder als „Prinzip“ in unserer Gesellschaft sogar strukturell verankert und als Praxis geübt wird: Das Gebot, unseren Nächsten zu lieben wie uns selbst (und vordem natürlich auch Gott!), sehen wir gerne ein, vor allem, wenn wir für andere der „Nächste“ sind. Umgekehrt ist es etwas schwieriger und doch nie klarer veranschaulicht worden als in der Beispielerzählung vom barmherzigen Samariter, dem der, der „unter die Räuber gefallen“ ist, der „Nächste“ geworden war. „Dann geh und handle genauso!“ ergibt sich ebenfalls geradezu selbstverständlich aus dieser Erkenntnis. Dankbar erleben wir, dass fast immer, wenn ein Unfall geschieht, jemand krank wird oder ein Notfall vorliegt, organisierte oder zufällig anwesende „Helfer“ zu Hilfe eilen. Wir alle haben das schon erlebt oder sind schon „Ersthelfer“ gewesen. 

30. Sonntag 2020 (c) Gabi Pöge

Im heutigen Evangelium steht uns jedoch diese „Nächstenliebe“ schwarz auf weiß unmittelbar verknüpft mit der Gottes- und Selbstliebe vor Augen. Wie also alle drei miteinander zusammenhängen, scheint mir die entscheidende Frage zu sein. 

Lange waren wir gewohnt, die Nächstenliebe für die wichtigere zu halten, und aus ihr ergibt sich dann auch, dass wir wohl, wenn wir unseren Nächsten lieben, gerade darin auch Gott lieben. Mittlerweile hören oder lesen wir aber immer öfter – und das hat viel mit den zunehmenden burnout-Erkrankungen oder Helfersyndrom & Co etc. pp. zu tun –, dass das eine ohne das andere schlechterdings gut und gesund funktioniert.

Interessant, dass Bernhard von Clairvaux seinem früheren Schüler und Mönch, Papst Eugen III, schon im 12. Jh. die Frage stellt: „Wer mit sich selbst schlecht umgeht, wem kann der gut sein?“ Mit seinem Rat wünsche ich Ihnen und Euch im Namen des ganzen Pastoralteams einen gesegneten Sonntag: 

„Gönne dich dir selbst. Ich sag nicht: Tu das immer, ich sage nicht: Tu das oft, aber ich sage: Tu es immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen.“ 

Ihr und Euer
Diakon M. M. Kerling  

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