Osterweg zur Abtei Siegburg

12.04.26, 17:07
Ulrike Clever
Bild 1_1. Station_St. Johannes Lohmar (c) Ulrike Clever

Zu einem besonderen spirituellen Erlebnis hatte Pfarrer Francis am Samstag, den 11. April 2026 eingeladen: Der als „Osterweg 2026“ bezeichneten Pilgertour unter dem Motto „Bewegen – begegnen – besinnen“ folgten rund 30 Pilgerinnen und Pilger, um innere Einkehr, Momenten der Stille und Begegnungen mit sich und anderen Gläubigen zu erleben.

Treffpunkt war die Kirche Sankt Johannes in Lohmar, wo der Pilgerweg mit einer Begrüßung und einer geistlichen Einführung begann. Pfarrer Francis erinnerte daran, dass die österliche Zeit weit über Ostersonntag und Ostermontag hinausreicht. „Wir wollen uns gemeinsam aufmachen, um das Ostererlebnis selbst zu erfahren – auf unserem Weg und in unseren Begegnungen“, so der Geistliche. Er knüpfte an die Emmaus-Geschichte im Lukasevangelium (Lk 24,13-35) an, in der Jesus zwei seiner Jünger ein Stück des Weges begleitet, ohne dass sie ihn erkennen. Die beiden sind enttäuscht, erschöpft und voller Fragen von den zahlreichen Ereignissen der vergangenen Tage. Dem vermeintlich Fremden schütten sie während des Gehens ihr Herz aus, berichten von ihrer Trauer, ihrer Ratlosigkeit und Verzweiflung. Der Fremde geht auf ihre Sorgen ein und während er sprach, spürten die beiden eine innere Wärme, ein Aufleuchten von Hoffnung – später beschrieben sie es so: „Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns sprach?“

Die Pilger machten sich auch auf den Weg, um diesen besonderen Moment der Nähe Gottes zu spüren – denn „wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“.

Bild 2_2. Station_Impuls im Lohmarer Wald (c) Ulrike Clever

Von Sankt Johannes führte die Strecke über den Aggerweg, vorbei an der Lohmarer Burg und dem Campingplatz, hinein in den Lohmarer Wald. Die Gruppe wanderte entlang der alten Schienen der ehemaligen Aggertalbahn, liebevoll als „Luhmerer Grietchen“ bezeichnet.

Auf halber Strecke setzte Pfarrer Francis einen meditativen Impuls: Durch bewusstes Atmen sollten die Teilnehmenden ihre Verbindung zur Natur und zur Schöpfung erspüren.

Bild 3_3. Station_Alter Friedhof Sgb (c) Ulrike Clever

Die dritte Station lag auf dem Alten Friedhof in Siegburg. Dort stand das Thema „Beim Namen nennen“ im Mittelpunkt – angelehnt an die Begegnung Jesu mit Maria Magdalena (Joh 20,1–18). Jede Pilgerin und jeder Pilger zog den Namen eines anderen Teilnehmenden, um das nächste Wegstück bewusst zu zweit mit diesem zunächst noch „Fremden“ zu gehen und einander ein wenig kennenzulernen.

Bild 4_4. Station_Empfang Abtei Michaelsberg Sgb (c) Ulrike Clever

Über die Holzgasse führte der Weg hinauf zum Kloster Michaelsberg, wo die Pilger bereits von drei Priestern des Ordens der Unbeschuhten Karmeliten empfangen wurden. 2013 zogen insgesamt sechs Ordensbrüder in den Karmel Michaelsberg. Sie feiern dort täglich Gottesdienste in der Abteikirche oder der Krypta und sind seelsorglich in Siegburg, Lohmar, Sankt Augustin und Niederkassel-Nord tätig.

Bild 7_4. Station_Schatzsuche in Michaelsberg (c) Ulrike Clever

Als besondere Überraschung hatte Pfarrer Francis eine „Schatzfindung“ vorbereitet: Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer durfte sich eine buntes Glas-Perle von einem grünen Samtkissen nehmen sowie ein rotes Geschenkband mit dem Segensspruch:

„Der Herr segne dich und zeige dir den Platz, an dem er dich braucht. Der Herr beschütze dich und erfülle dein Herz mit Freude.“ Diese denkwürdige Schleife banden sich die Pilger gegenseitig als Zeichen der Verbundenheit ums Handgelenk.

Bild 10_5. Station_Suppenspeisung auf dem Michaelsberg (c) Ulrike Clever

Zum Abschluss waren alle in den Essenssaal der Karmeliten eingeladen, wo eine Gruppe von Frauen aus St. Servatius das Mittagessen organisiert hatte. Zur Auswahl standen deftige Gulaschsuppe und köstliche Minestrone mit frischen Brötchen. Auf diese Weise geistig und körperlich gestärkt traten die Pilgernden den Rückweg an. 

Der „Osterweg 2026“ endete in großer Dankbarkeit – für die gemeinsamen Schritte, die Begegnungen und die spirituellen Impulse, die viele noch lange begleiten werden.

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