Unkraut und Gleichnisse

17.07.20 16:38
Gert Scholand

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen!

Mitten in der diesjährigen Sommerferienzeit begegnen uns biblische Texte, in denen von besonderen Bewegungen geschrieben wird.

Regentropfen (c) Martina Sedlaczek

In der Lesung des Jesaja liegt die Bewegung im Regen von oben, der ins Erdreich dringt und es nach oben wachsen lässt.Sicher haben wir noch die letzten beiden Sommer in Erinnerung. Der große Regenmangel in unserem Land und in vielen Teilen der Erde hatte massive Ernteausfälle und damit auch Hungersnöte für Tier und Mensch zur Folge.

Im Evangelium des Matthäus (Mt 13,24-43) erzählt Jesus seinen Zuhörern von einem Gutsherrn, der seinen Knechten verbietet, das Unkraut auszureißen. Würde sich ein Landwirt unserer Zeit an dieses Gleichnis halten und versuchen Erträge mit seiner Aussaat zu erreichen, er würde bei der Ernte einen Misserfolg erleben.

Die Jünger empören sich bei Jesus, dass er zu den Menschen in Gleichnissen rede, die sie nicht verstehen. Doch Jesus sagt den Jüngern nicht, sie hätten recht und er habe den Menschen zugemutet, was sie einfach nicht verstehen können. Der Volksmenge traut Jesus gar nicht zu, dass sie das Gehörte auch verstehen, weil sie letztlich für Gottes Wort nicht empfangsbereit sind. 
So wendet sich Jesus zuerst an seine Jünger, die täglich mit ihm zusammen sind, und erschließt ihnen das Gleichnis. Bei ihnen hofft er, dass sie das Gehörte verstehen und zu Veränderungen in ihrem Leben bereit sind.

Samen (c) Martina Sedlaczek

Glaube und Glaubensfreude beginnen mit dem Hören. „Wer Ohren hat, der höre.“ Es muss ein ganz offenes Hinhören sein, so offen und empfangsbereit wie der Ackerboden für den Samen. 

Glaube ist eben nicht nur Gefühl, sondern geistige Auseinandersetzung, innere Aneignung und immer tieferes Verstehen. Das kann niemand allein. Wer Jesu Worte heute verstehen will, muss sich mit anderen zusammen- und auseinandersetzen. Den anderen fragen, wie er die Worte der Bibel versteht. Es ist ja eine Bereicherung, wenn andere Ansichten gehört, verstanden und in Taten umgesetzt werden. Bei der Methode des Bibelteilens hört man nicht nur zu, nimmt nicht nur auf, sondern es bringt sich jede und jeder persönlich ein. Muss dann alles auch fruchtbringen, als Erfolg messbar sein? Wenn Matthäus von hundertfacher Frucht spricht, dann meint er die Symbolik dieser Zahl: Die Frucht kommt von Gott. Er hat uns Menschen als Hörende und Verstehende geschaffen. Einerseits werden wir beschenkt, doch die eigene Anstrengung sollte nicht fehlen.

Für die zweite Hälfte der Sommerferienzeit wünscht das Pastoralteam mit Diakon Gert Scholand erholsame Tage und ein gesundes Wiedersehen!     

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