Pharisäer, Sadduzäer und Schriftgelehrte waren eigentlich ganz ehrenwerte Leute.
Pharisäer bemühten sich nach den religiösen Bestimmungen zu leben, Schriftgelehrte die Schriften korrekt auszulegen und die Sadduzäer waren die Vertreter der Tempelpriester, die die religiöse und politische Macht im Judentum inne hatten und das Schicksal des jüdischen Volkes in die richtige Richtung lenken wollten.
Doch gerade mit ihnen gerät Jesus im Evangelium immer wieder aneinander.
Denn nach den Evangelisten stehen diese Gruppen stellvertretend für Menschen, die glauben alles richtig zu machen, bzw. für Menschen, die meinen alles richtig zu wissen und/oder diejenigen, die Autorität besitzen zu bestimmen, in welche Richtung es gehen soll.
Doch im wirklichen Leben übersehen sie dann Menschen in Not (Gleichnis vom barmherzigen Samariter), erkennen die Liebe als wesentliche Eigenschaft Gottes nicht (Gleichnis vom barmherzigen Vater) oder erwarten von ihrem Handeln Ansehen bei der Bevölkerung (Gleichnis von Ehrenplatz).
Wie steht es nun mit mir selbst? Eigentlich bin ich auch ein ganz ehrenwerter Zeitgenosse. Dabei möchte ich vor allem nicht mit Jesus aneinander geraten.
Aber gehöre ich nicht auch bisweilen zu denen, die menschliche Not nicht sehen oder nicht sehen wollen, Regeln und Vorschriften als Ausrede für Lieblosigkeit gebrauchen und/oder um Anerkennung buhlen, vielleicht sogar bei solchen, die andere missachten, verurteilen oder gar verachten, weil sie sich selbst für etwas Besseres halten?
"Mein Sohn (oder auch meine Tochter), bei all deinem Tun bleibe bescheiden und du wirst geliebt werden von anerkannten Menschen" ist der Rat von Jesus Sirach (3,17) dazu.
Dies wünsche Ihnen und mir selbst
Ihr Pastor
Karl-Heinz Wahlen
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