im Evangelium an diesem Sonntag schaut Jesus auf die Menschen und sieht mehr als eine Menschenmenge. Er sieht Erschöpfung, Enttäuschung und die Sehnsucht nach einem Leben, das trägt. Matthäus schreibt: „Sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ Ein Satz, der auch heute passt, wenn ich beim Einkaufen im Supermarkt, mittags vor einer Grundschule oder im Café in die Gesichter der Menschen schaue. Auch ich bin manchmal einfach so erschöpft von allen Anforderungen des Tages.
Jesus, hilf! Ja, Jesus hilft. Er schickt seine Jünger los, sie sollen Hoffnung weitergeben und verkünden: „Das Himmelreich ist nahe.“ Sie sollen heilen, befreien und erfreuen.
Und heute? Wer ist dazu gerufen? Natürlich wir alle! Und da kommen uns die Zweifel: wie soll das gehen? Wir haben keine Ideen, haben eh schon alle Hände voll zu tun, oder wir haben gar nicht mehr die Kraft, groß zu missionieren. Wen hat Gott denn in der biblischen Zeit geschickt? Schauen wir genauer hin, scheint die Antwort: ausgerechnet die Falschen.
Jakob war ein Betrüger, Petrus war impulsiv, David hatte eine Affäre, Noah betrank sich, Jona lief vor Gott weg, Paulus war ein Mörder, Miriam war eine Tratschtante, Martha machte sich zu viele Sorgen, Thomas war ein Zweifler, Sarah war ungeduldig, Elija war depressiv, Moses stotterte, Zachäus war klein, Abraham war alt und Lazarus war tot.
Gott beruft nicht die Qualifizierten, er qualifiziert die BERUFENEN!
Das waren keine makellosen Held*innen. Es waren Menschen mit Ecken, Kanten und Brüchen, Menschen wie wir.
Gott wartet nicht darauf, dass wir perfekt sind. Er wartet auch nicht auf den richtigen Zeitpunkt, an dem wir alles im Griff haben. Er ruft Menschen, die bereit sind, sich von seinem Blick auf die Welt anstecken zu lassen. Sein Mitgefühl will auch heute Hände und Füße bekommen.
Es will trösten, zuhören, helfen und Hoffnung säen.
Und wenn wir uns wieder einmal unzulänglich fühlen, wissen wir uns ja spätestens ab jetzt in guter Gesellschaft 😊.
Herzlich grüßt Sie und euch
Ihre / Eure Gemeindereferentin
Andrea Schulze-Röbbecke
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