„Kann denn Liebe Sünde sein?“, liebe Schwestern und Brüder, fragt Zarah Leander in einem ihrer Lieder, und ich gehe im Kopf die Texte durch, die mir zum Thema „Liebe“ im Karneval einfallen. Im weitesten Sinne natürlich, also was der „Kölsche braucht, um glücklich zu sein“, oder die herrliche Hoffnung, dass wir „alle alle alle in den Himmel kommen“, tolle Begründung: „Weil wir so brav sind!“
Da ist ja wirklich sehr viel Blödsinn dabei (und die Lieder sind wie ich schon älter, im Schulgottesdienst haben die Kinder andere aufgezählt, von der „Prinzessin“ bis zur „Karnevalsmaus“ und es kannte auch niemand Willi Ostermann), aber auch viel Wahres, höchstwahrscheinlich erfahrungsgesättigt und vom Straßenkarneval bis in die Kneipen allenthalben zu beobachten, und erst, als ich einen ganzen Reigen von Zitaten vor Augen habe, sehe ich mir an, welches Evangelium am Karnevalssonntag dran ist, und siehe da: Jesus erinnert die, zu denen er spricht, daran, dass sie gehört haben: „Du sollst nicht die Ehe brechen“, und er spitzt dieses Gebot noch ganz anders zu: „Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.“
Und jetzt? Sehr schwierig. Spricht eindeutig für sich. Aber wie interessant: Der Konflikt, der entsteht, wenn wir genauer hinsehen, uns vielleicht sogar selbst prüfen und befinden: Stimmt genau!, trifft aber auf mich nicht zu, oder oh je, ich fühle mich ertappt!, ob Frau, ob Mann, oder wie auch immer, kommt in den Karnevalsliedern nicht vor, im Gegenteil.
Die allermeisten, die ausgelassen feiern, werden seit Weiberfastnacht und am Karnevalswochenende und Rosenmontag und Dienstag unterwegs sein und sich vermutlich mit diesem Evangelium nicht beschäftigen. Und vielleicht vieles einfach mitsingen, ohne groß drüber nachzudenken. Am Aschermittwoch ist dann alles vorbei, und viel Zeit auf Ostern zu. Zeit, sich neu in die (innere) Freiheit einzuüben, die uns geschenkt ist, und auch in die Verantwortung, die damit einher geht.
Vorfreudige Grüße und eine jecke Zeit im Karneval wünscht Euch und Ihnen:
Ihr und Euer
Diakon Dr. Marc Kerling
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