"Hast Du wieder Streitwasser getrunken?" - so war stets die Frage der Mutter eines Freundes, wenn es unnütze Auseinandersetzungen gab. Ich weiß nicht, ob sie die Stelle aus dem Buch Exodus im Sinn hatte, welche am heutigen Sonntag die Lesung (Ex 17,3-7) stellt. Es gibt den Sachverhalt auch nicht genau wieder:
Denn die Israeliten waren durstig und im Streit mit Mose und damit mit Gott, bevor sie Wasser tranken.
"Streitwasser" haben heute anscheinend viele Menschen getrunken. Davon zeugen die großen und kleinen Konflikte ringsum, die kein Ende nehmen wollen.
Im Evangelium (Joh 4,5-42) ist von einem anderen Wasser die Rede. Im Gespräch mit der samaritischen Frau spricht Jesus von "lebendigem Wasser", das er gibt und das zu einer Quelle wird, "deren Wasser ins ewige Leben fließt".
Jesus lässt sich auf ein Gespräch ein, welches er aus drei Gründen ablehnen könnte: Er spricht mit einer Frau - worüber sich die Jünger ausdrücklich wundern, er spricht als Jude mit einer Samariterin - der Evangelist bemerkt dazu "Juden verkehren nämlich nicht mit Samaritern" und die Frau lebt mit einem Mann zusammen ohne verheiratet zu sein, was moralisch als anstößig galt. Trotz dieser "Ausschlussgründe" führt er ein Gespräch auf Augenhöhe, verurteilt nicht und viele lassen sich dadurch ansprechen und kommen zum Glauben an ihn.
"Lebendiges Wasser" statt "Streitwasser". Ein schöner Gedanke für die Vorbereitung auf Ostern: Nicht Streit suchen, unnützen Streit meiden, andere nicht verurteilen, Vorurteile vermeiden, einander auf Augenhöhe begegnen...sich bewusst machen, dass der Herr in unserer Mitte ist / sein möchte.
Gesegnete Tage wünscht Ihnen allen
Ihr Pastor
Karl-Heinz Wahlen
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