So viele Besucher in der kleinen Kapelle hatte die Muttergottes wohl noch nie erlebt. Der Presseeinladung des Vereins der Freunde und Förderer des Michaelsberges e.V. waren die Presseleute Siegburgs interessiert gefolgt und wollten nun von der Restauratorin Johanna Baldus genau wissen, was sie macht und wie es weiter gehen wird.
So zeigte Johanna unsachgemäß mit Gips geflickte Fehlstellen am Kleid, die ausgebessert werden müssen, dann wurde mit Wattestäbchen und verschiedenen Lösungsmitteln probiert, ob sich die Schmutzschicht herunterlösen lässt, ohne das die darunter liegende Originalfarbe angelöst wird. Schnell hatte sie das richtige „Waschmittel“ und konnte zeigen, dass das Tuch, in das das Jesus-Knäblein leicht gewickelt ist, tatsächlich mal weiß war – Kerzenruß hat da über einen langen Zeitraum zwar nichts zerstört, aber deutlich verschmutzt!
Als die Presse dann zufrieden von hinnen gezogen war, notierte sie sich alle Ergebnisse und reinigte sehr konzentriert mit Zeitnahme eine knapp Handteller große Fläche seitlich am Gewand, von vorne nicht einsehbar, um den Zeitaufwand der gesamten Maßnahme abschätzen zu können.
Aus diesen ganzen Ergebnissen wird sie nun ein detaillierte Arbeitsbeschreibung erstellen, die dann noch eine denkmalsrechtliche Genehmigung benötigt – und irgendwann geht es los: Die Muttergottes wird in der Kapelle stehen bleiben und Johanna Baldus wird ihre Arbeitstermine mir zuvor bekannt geben. Ich darf sie dann veröffentlichen und sie hat bereits zugestimmt, in einem „offenen Atelier“ zu arbeiten, d.h. jeder darf dann vorbeikommen und schauen. Aber ich werde natürlich auch hier nicht nur die Termine bekannt geben, sondern ebenfalls über die Arbeiten berichten
Während unsere Restauratorin geduldig erklärte und wiederholt, stand ich an der Kapelle und beobachtete die Menschen die vorbei kamen: fast jede Radfahrerin, jeder Radfahrer bekreuzigte sich, die Fußgänger blieben stehen und fragten interessiert, eine ältere Dame erzählte, dass sie seit ihrer Jugend bei jedem Gang in die Stadt hier vorbeikäme und sich riesig freue, dass sich nun die Freunde und Förderer des Michaelsberges mit der Restaurierung des „kleinen Juwels an der Mühlenstraße“ einbrächten, schließlich ist sie bei uns Mitglied!
Ein Herr brachte sogar eine Kerze mit und freute sich, sie dieses Mal direkt „Seiner Madonna“ zu Füßen stellen zu können. Diese Beobachtungen werden auch von den beiden Damen bestätigt, die die Kapelle sauber halten und z.B. die Hundkot-Tüten (!!!), die zwischen Ziergitter und Glasscheibe GERNE abgelegt werden, regelmäßig entfernen und immer wieder feststellen: „Dieser Ort ist noch viel bedeutsamer für die Menschen hier, als wir es erahnen können.“
So sage ich ein herzliches Vergelt´ s GOTT für alle die zur Erhaltung beitragen, an die Spenderinnen und Spender, an Putzkolonne, Restauratorin und Handwerker!
Notruf für Krankensalbung:
0152-02697547
Das Pastoralbüro ist für den Publikumsverkehr geöffnet:
Mo - Mi 09:30 - 13:00 Uhr
Do 09:30 - 18:00 Uhr
Fr 09:30 - 12:00 Uhr