Wir trauern um Rosemarie Jüsten

27.03.20 18:03
Martina Sedlaczek, Kaplan Wendland

Frau Rosemarie Jüsten, die zuletzt im CBT-Wohnhaus St. Monika in Sankt Augustin lebte, verstarb am 15. März. In der momentan gegebenen Situation konnte die Trauerfeier vergangenen Mittwoch auf dem Nordfriedhof nur im engsten Familienkreis stattfinden.

Kaplan Wendland hat uns seine Traueransprache zur Verfügung gestellt, so dass alle Freunde und Weggefährten von Frau Jüsten diese hier nachlesen können (weiter unten). 

Traueranzeige Jüsten (c) Jüsten

Traueransprache von Kaplan Wendland bei der Beisetzung von Rosemarie Jüsten

Liebe Familie Jüsten! Liebe Frau Sichelschmidt, lieber Prälat Jüsten, liebe Gräfin Plettenberg, liebe Frau Westermann, liebe Frau Dr. Jüsten, liebe Frau Heinrichsmeier, liebe Frau Dr. Schumacher, liebe Angehörige. Ihr selbst hätte es gefallen, dass der Rahmen der Beerdigung klein ausfällt, denn obwohl Sie eine sehr altruistische, kontaktfreudige und gesellige Frau war, war ihr doch zeitlebens viel Aufsehen um ihre Person fremd. Feste feierte sie am liebsten im kleinen Kreis, das war schon bei Ihrer Hochzeit so, die eigenen Geburtstage wurden – anders als die ihres geliebten Mannes Manfred - im kleinen Kreis gefeiert. Sie hatte immer gerne Gäste zuhause, wo man gute Gespräche führen konnte. Sie pflegte den Freundeskreis und die Kontakte zur weitverzweigten Familie. Ihre Kinder und Schwiegerkinder, Enkelkinder, Schwiegerenkelkinder und Urenkel liebte sie über alles, aber am liebsten war sie immer alleine oder im kleine Kreis mit ihnen zusammen. Die Einschränkungen, die wegen des Coronavirus heute für die Beerdigung sein müssen, wären wohl ganz in ihrem Sinne gewesen. Eine Messe für sie, an welchem Ort auch immer muss es schon sein, aber das geht auch ohne Teilnahme der Angehörigen, denn – so hätte sie gesagt: „Messe ist Messe, egal, wer dabei ist.“– Nur: den Kaffee unter Freunden im Anschluss an die Traufeierlichkeiten hätte sie vermisst.

Um sie trauern viel mehr Menschen als heute hier anwesend sind. Sie war eine bekannte und geschätzte Persönlichkeit in unserer Gemeinde Sankt Servatius, aber auch in der ganzen Stadt Siegburg. Viele Jahre war sie Mitglied im Kirchenvorstand und in der Schulpflegschaft. Für jede und jeden, die sie in der Stadt traf, hatte sie ein gutes, oft sehr treffendes Wort parat. Meinungsstark, aber nicht streitlustig, intelligent und einfühlsam, emotional und zupackend, hilfsbereit ohne sich anzubiedern, fromm und lebenslustig – so haben viele sie wahrgenommen. Nicht immer konnte man ihr zustimmen, aber ein Disput mit ihr war allemal ein Gewinn und schärfte das eigene Urteil.

Sie, die Familie, werden ihre Mutter, Schwiegermutter und Großmutter noch viel intensiver als ich kennengelernt haben. Nur sie selbst wissen oder erahnen, was Sie ihr verdanken: das Leben, die Erziehung, die Liebe und Sorge. Alle ihre sechs Kinder liebte sie gleich, aber sie wandte sich ihnen auf unterschiedliche Weise zu. Ihre Sorge galt immer besonders Ihrer eigenen Familie. Das habe sie oft in Gesprächen mit ihr erfahren, die sie manchmal kurz und knackig, manchmal auch in epischer Breite mit ihr führte. Ihre eigene, leibliche Mutter war bei ihrer Geburt gestorben. Doch galt ihre ganze Hingabe bis zuletzt Mutter Lene. Mit ihrem Bruder verband sie eine innige Liebe, wobei beide nie einem Streit aus dem Weg gingen. Herzlich liebte sie ihre Pflegeschwester Michaela. Gerade in den letzten Jahren war das Band wieder inniger geworden. Mit ihrem eigenen Leben war sie zufrieden, auch wenn es nicht immer so glücklich verlief, wie sie sich das vorgestellt hatte. Aber sie haderte und jammerte nicht - auch nicht, als sie zuletzt die sehr schöne, aber zeitlebens wenig geliebte Wohnung „Bahndamm Schattenseite“ verlassen musste. Schnell lebte sie sich im St. Monikaheim ein und war dankbar für die dort empfangene Hilfe. Einsam schien sie dort nicht gewesen zu sein. Sie fand schnell Kontakt und pflegte langjährige Freundschaften. Die Familie besuchte sie regelmäßig und kümmerte sich um sie, vor allem zuletzt ihre Tochter Antje mit ihrem Mann Hubertus.

Nun müssen wir, müssen Sie Abschied nehmen! Sie tun das in der Gewissheit des Glaubens an die Auferstehung. Diesen Glauben hat sie Ihnen vermittelt. Das ist ein kostbares Geschenk, denn in diesem Glauben dürfen wir hoffen, dass der Tod nicht die letzte Antwort auf das Leben ist. Wir leben aus der Hoffnung auf die Auferstehung. Jesus Christus ist diesen Weg uns vorangegangen. Daran erinnern wir uns in der Fastenzeit, in der wir uns auf das Osterfest vorbereiten. Aus diesem Glauben hat Ihr geliebter Mann Manfred gelebt, dem sie nun in den Tod gefolgt ist. In sein Grab werden wir nun Rosemarie Jüsten beisetzen. Mögen die beiden zusammen mit allen Verstorbenen nun für immer die Herrlichkeit Gottes schauen und am ewigen Leben teilhaben. Möge Gott ihr vergeben, wo sie gefehlt hat. Möge er ihr ein gnädiger Richter sein. Möge sie für immer in seinem Frieden sein.

 

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