„Wollt auch Ihr weggehen?“

20.08.21, 10:00
Marc M. Kerling

„Wollt auch Ihr weggehen?“, liebe Schwestern, liebe Brüder, lese ich im Evangelium dieses Sonntags und stelle mir vor, dass Jesus mir diese Frage stellt: „Willst auch Du weggehen, wie so viele, die derzeit die Kirche verlassen?“ und ich frage mich, ob das vergleichbar ist – von Jesus wegzugehen oder von der Kirche wegzugehen, in letzter Konsequenz aus ihr auszutreten und so auch die Gemeinschaft zu verlassen, zu der damals die Jünger und Freunde und Freundinnen Jesu zählten und heute wir alle. 

Wenn Sie dieses Vorwort unseres „miteinanders“ lesen, sind Sie ja noch nicht weggegangen. Aber ich frage mich, was mit all den anderen ist, getauft, aber nicht da, nicht mit den anderen verbunden, vielleicht enttäuscht, zurückgezogen, weil keiner gesagt hat: „Wollt Ihr nicht bitte bleiben?“ und sogar „trotz allem bleiben“, trotz allem, was Euch von der Kirche und deshalb vielleicht auch von Gott weggetrieben hat. Was braucht Ihr denn? Was fehlt Euch bei uns, dass Ihr weggegangen seid? 

Während ich das Evangelium lese, sitze ich im Garten, und bekanntlich haben sich Entscheidungen und Situationen, in denen jemand verraten wurde, schon an wichtigen Stellen der heiligen Schrift in Gärten abgespielt. Und immer vertreibt sich derjenige, der seinen Gott verrät, selbst aus dem Paradies. Das war bei Adam und Eva so, und es war im Garten Gethsemane so – und heute ist es auch nicht anders. Es wäre allerdings völlig verfehlt, aus der Kirche wegzugehen oder von Gott wegzugehen, gleichzusetzen. Völlig. 

Aber Petrus baut uns eine kleine Brücke, über die zu gehen sich jede und jeder selbst entscheiden muss: „Herr, zu wem sollen wir denn gehen? Wo sollen wir denn hin?“, und was ihn von den vielen anderen unterscheidet, die lieber weggehen als weiter mitzugehen, ist nicht, dass er alles richtig macht und frei von Fehlern ist – ganz im Gegenteil! Was ihn unterscheidet, ist seine Bereitschaft, sich trotz und sogar aufgrund der eigenen Schwächen bedingungslos auf Jesus einzulassen, bei ihm zu bleiben, obwohl der Anspruch so hoch ist. Er sieht gar keine „Alternative“, denn Jesus ist es, der die „Worte des ewigen Lebens hat“. 

Ich kenne viele, die sagen: Sonntagmorgen frühstücken, mit den Kindern endlich mal ausschlafen, Yoga oder Sport sind mir kostbarer als in die Messe zu gehen. Vielleicht müssten sie gefragt werden: Was braucht es, damit Du zurückkommst? Warum bist auch Du weggegangen? Wie muss ich die „Worte ewigen Lebens“ aussprechen oder übersetzen, damit auch Du spürst, wie kostbar sie sind? 

Nachdenkliche Grüße schickt Ihnen mit dem ganzen Pastoralteam: 

Ihr Diakon M. M. Kerling

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