Die 2. Kerze erleuchtet den Raum

03.12.21, 09:00
Marc M. Kerling

Heute Morgen bin ich ganz bewusst früh aufgestanden, liebe Schwestern, liebe Brüder, um den Sternenhimmel zu betrachten, bevor es dämmert. Noch sind es die Sterne, die ich in der Weite über mir suche und die ein geradezu zärtliches Licht verbreiten. Eine Ahnung, eine Spur von Ewigkeit, aber auch eine Frage an mich. Von weit her kommt sie mir ins Herz, irgendwo gelesen, irgendwo gehört, lang ist’s her, Immanuel Kant hat das in einem schwer verständlichen Buch geschrieben: „„Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.“

Da wollte ich eigentlich über den Advent nachdenken, über das Ineinander von Dunkel und Licht, und spüre plötzlich, dass es weniger das „Nachdenken“ ist, als ein Empfinden – nämlich die verstörende Verwunderung, dass es vielen mit dem „moralischen Gesetz“ in ihnen nicht so weit her sein kann, wenn sie nach wie vor die Impfung verweigern, Corona leugnen und uns alle auch in diesem Advent auf Trab halten, indem sie die Furcht befeuern, ihnen sei nicht beizukommen, solange sie im Kampf gegen das Virus nicht mitmachen, zurück in die Kontaktbeschränkungen, zurück in etwas, das dem Lockdown ähneln wird, der uns noch in den Knochen steckt. 

Ich schaue noch einmal nach oben, gehe zurück in mein Arbeitszimmer und entzünde ganz bewusst die erste und heute auch die zweite Kerze auf meinem Adventskranz. Wie eben noch die fernen Sterne am Himmel, verbreiten jetzt die Kerzen ihr warmes Licht ganz nah vor mir, und ich sehe tief und lange hinein und spüre, wie es mein Gesicht wärmt und etwas mit mir macht. Das Dunkle kommt mir plötzlich vor wie das, in dem alles entstehen darf, kommt vielleicht von hierher das Wort „Welt-All“? Es ist der Raum, in den das Licht regelrecht einfallen kann wie die Erkenntnis von Herrn Kant. Also kommt doch nicht die Dunkelheit in einen Raum, auch nicht in meinen, sondern es ist immer das Licht, das kommt oder auch wieder verschwindet und so den Raum erleuchtet oder in Dunkelheit zurücklässt. 

Den Adventskranz habe ich bislang als Bild dafür gesehen, dass das Licht immer mehr wird. Ist es aber nicht zugleich auch so, dass er uns am Anfang mit der Dunkelheit konfrontiert, die aber dann – von Sonntag zu Sonntag – schwindet und dem Licht Raum gibt? 

Gesegnet zu sein unter dem Sternenhimmel und im Licht der zweiten Adventswoche, das wünsche ich Euch und Ihnen, nachdenklich, aber auch zuversichtlich, denn „dein Licht kommt“, Gott, aus der Weite des Alls in mein offenes Herz. 

 


Mit dem gesamten Pastoralteam grüßt adventlich: 

Ihr und Eue

Diakon M. M. Kerling

Kirchengemeinde St. Servatius

Mühlenstraße 6
53721 Siegburg

In Notfällen:
0152 21697981

Das Pastoralbüro ist z. Zt. nur telefonisch erreichbar:

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