Eine Woche nach der Flut

21.07.21, 23:40
online-Redaktion St. Servatius Siegburg

Die Flutkatastrophe

Bad Neuenahr-Ahrweiler - schrottreife Autos (c) Joelina Hasse

Wir alle werden die Bilder von überfluteten Landstrichen, zerstörten Ortschaften, Straßen und Bahnschienen so schnell nicht vergessen. Tagelang hielten wir den Atem an, ob die kritischen Dämme halten würden, hörten von Menschen die zurück in ihre verwüsteten, nassen und verschlammten Häuser konnten, während andere vorsorglich noch evakuiert wurden.

An dieser Stelle herzlichen Dank allen Hilfsorganisationen, die seit Tagen und zu einem großen Teil ehrenamtlich unermüdlich im Einsatz sind. Dieses Engagement ist unbezahlbar!

Nach einer Woche scheint die Dammbruchgefahr gebannt, die Menschen können zurück und wir werden tagtäglich mit Bildern der Verwüstung, meterhoch aufgetürmten unbrauchbar gewordenem Hausrat und kratertiefen Löchern in ganzen Straßenzügen konfrontiert.

Bad Neueanahr - Ahrweiler - Risenmüllberge (c) Joelina Hasse

Viele von uns wollten und wollen helfen. Wer betroffene Verwandte und Bekannte hat, konnte direkt zupacken, beim Entkernen von Häusern helfen, seinen Wagen ausleihen, Schlamm wegkarren. Andere kauften ein was dringend benötigt wurde und brachten es zu diversen Sammelstellen, wo alles gepackt und vor Ort gebracht wurde. Schnell aber war klar, ohne verlässlichen Kontakt gibt´s Frust und viele gutgemeinte Aktionen verpuffen.

Pfadfinder stellen Material zur Verfügung

Bad Neuenahr - ein verschlammtes Badezimmer (c) Joelina Hasse

Unsere Pfadfinder vom Stamm St. Anno hatten einen solchen Kontakt in Ahrweiler und konnten schon am 16.7. einer Familie einen Stromgenerator (800W), eine Reise/Camping-Toilette, Trinkwasserbehälter, Treibstoffkanister und einen Raumtrockner 100 - 200 m³ zur Nutzung überlassen, einige waren auch in Iversheim vor Ort und haben mit angepackt.

Bericht einer Helferin in Iversheim

Aufräumarbeiten Bad Münstereifel (c) Steffen Kern

Andrea Kern hat, zusammen mit Freunden und vielen anderen Freiwilligen, am letzten Wochenende Bekannten in Bad Münstereifel-Iversheim geholfen, das Haus auszuräumen, Müll und Möbel an die Straße zu tragen und Schlamm und Schutt zusammenzukehren und mit Schubkarren abzutransportieren. "Ich habe gestern die Info bekommen, dass „Leute wie ich“ dort vorerst nicht mehr helfen können: Alle Keller und Erdgeschosse im Dorf sind so gut wie leergeräumt. 

Hausrat für den Sperrmüll (c) Steffen Kern

Nun braucht es Bauarbeiter, Stemmhammer, Bagger- und führer, Müll-LKW’s, Spezial-Reinigungsunternehmen und-gerätschaften etc. etc.  – und natürlich Strom und Wasser … die Menschen sind jetzt woanders untergekommen und warten darauf, dass ihr Dorf und ihre Häuser trocknen… Sachspenden werden derzeit nicht benötigt – wohin damit?"

Helferbilder aus Bad Neuenahr

Häuser mit Hochwasserlinie in Bad Neuenahr (c) Sergej Fuchs

Doch in den Gemeinden, in die die Menschen erst seit gestern zurückkehren konnten (Swisttal-Odendorf etc.) laufen jetzt gerade die Arbeiten, die die Menschen in Iversheim in der letzten Woche erledigen konnten.

So wurden heute in Bad Neuenahr Häuser entkernt und unzählige Schubkarren Schlamm weggefahren. Deutlich erkennt man die Markierung - bis dorthin stand das Wasser.

Ich will mit anpacken

Mittlerweile haben sich Kontakte ergeben, sind Helferketten aufgebaut worden, bei denen sich auch die Menschen melden können, die niemanden persönlich kennen, die aber gerne unterstützen und mit anpacken wollen.

Für Swisttal gibt es eine Facebookseite, auf der Helfer und Hilfesuchende sich finden können:
Facebook Fluthilfe Swisttal

Ebenso wurde eine Austausch-Facebookseite für Ahrweiler Hochwasser in AW eingerichtet.

Auf der Homepage des Deutschen Roten Kreuzes in Bonn kann man sich registrieren, wenn man bei Hilfseinsätzen dabei sein will: DRK Bonn.

To All Nations in Bonn fährt jeden Tag mit mehreren Trupps von Bornheim zu Einsätzen vor Ort raus, auf der Internetseite kann man sich melden To All Nations: Anmeldung Fluthelfer.

Auch der Rhein-Sieg-Kreis vermittelt auf seiner Homepage zwischen Hilfesuchenden und Helfern. Hier können Sie Ihr Hilfsangebot abgeben.

Über die WhatsApp Stati von Freunden und Bekannten erfährt man oft, wo gerade was gebraucht wird. Und sei es nur ein freies Bett für einen auswärtigen Helfer.

Die Evangelische Freikirche Siegburg hat Kontakt zur FeG Rheinbach. Wer helfen will, ist morgens um 9.00 Uhr an der Base in Rheinbach, Von-Wrangell-Straße 22. Dort erfolgt die Einteilung und Weiterfahrt zu gezielten Einsätzen.

Ich möchte Geld spenden

Bad Neuenahr - Ein Bild der Verwüstung (c) Joelina Hasse

Von vielen Organisationen, Gemeinden, Städten und Verbänden wurden Spendenkonten eingerichtet. Exemplarisch seien genannt:

Rhein-Sieg Kreis:
Kreissparkasse Köln: IBAN DE54 3705 0299 0001 0694 48
VR-Bank Rhein-Sieg eG: IBAN DE78 3706 9520 1109 6900 11
Verwendungszweck:  „Flut 2021“

Katholische Kirchengemeinde Swisttal:
Raiffeisenbank Voreifel eG: IBAN DE 87 3706 9627 0600 6540 20 Stichwort: „Hochwasser“  

Konto unserer Kirchengemeinde:
Kreissparkasse Köln: IBAN DE22 3705 0299 0011 1030 25 unter dem Stichwort: „Fluthilfe"

Ich kann im Gebet unterstützen

Neben aller tatkräftigen und finanziellen Hilfe wollen wir als Christen auch durch unser Gebet ein Zeichen des Zusammenhalts und der Solidarität setzen, indem wir der Verstorbenen und in Not Geratenen gedenken, um Kraft und Ausdauer für die Helfer und um Gottes Beistand bitten.

Das Erzbistum Köln, weitere Bistümer und die Evangelische Kirche im Rheinland laden dazu ein, sich am Freitag, dem 23. Juli um 18.00 Uhr, in einer großen Gebetsgemeinschaft zum Gebet zu versammeln - in Kirchenräumen oder zu Hause mit der Familie oder Freunden. Dazu werden auch die Kirchenglocken läuten.
zum Aufruf des Generalvikars.

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Mühlenstraße 6
53721 Siegburg

In Notfällen:
0152 21697981

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