Te Deum-Leserinnen und Leser wurden am Montag mit dem Hinweis auf den Gedenktag des hl. Bartholomäus begrüßt. Da er auch in einer der Apostelfiguren in St. Servatius präsent ist, hier eine kleine Ausführung dazu: Unsere Apostelfiguren verloren nach dem Ersten Weltkrieg ihre Attribute. Wann genau und warum ist nicht bekannt. Ohne die Attribute – man denke an den hl. Petrus mit seinen Schlüsseln – sind sie nicht zu identifizieren.
Die im Te Deum abgebildete Figur des Bartholomäus zeigt sehr schön das große Schächtermesser in seiner Hand. Es erinnert an sein grausames Martyrium, bei dem ihm bei lebendigen Leib die Haut abgezogen worden sein soll. Und damit bei dem blutigen Geschäft dem Schinder nicht das Messer aus der Hand rutschte, hat es eine Kugel am Ende des Messergriffs.
Unserem Bartholomäus in der Servatiuskirche kam, wie oben geschrieben das Messer, hier korrekter die Messerklinge, abhanden. Der Griff mit dem runden Knauf verlieb in seiner Hand, weshalb wir ihn identifizieren können. Er steht auf seinem Podest an der Nordseite (wenn man ins Kirchenschiff hineintritt links) an zweiter Position.
Dass wir in der Servatiuskirche überhaupt einen Bartholomäus haben, kann mit der Abtei auf dem Michaelsberg zusammenhängen; denn Stadt und Abtei gehörten und arbeiteten schon immer zusammen. Die Benediktiner hatte am Mittelrhein in Hirzenach ein großes Gut, eines sog. Probstei. Von dort bekamen die Mönche ihren Wein. Ihre Probsteikirche, die im übrigen wie die kleine Schwester der Servatiuskirche aussieht, ist dem hl. Bartholomäus geweiht.
Die dortige Figur des Kirchenpatrons stammt aus dem Barock, ist also rund 200 Jahre jünger als unser Bartholomäus. Und im Barock liebte man es grausamer: Hier trägt der Heilige nicht nur das Hinrichtungsmesser, sondern – ganz typisch für die Darstellungen dieser Zeit – seine abgezogene Haut wie einen Mantel über dem Arm.
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