Josef, der Pflegevater Jesu

15.12.22, 21:39
Johannes Shimizu

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

in diesem Jahr lernte ich Josef von Nazareth näher kennen, den Pflegevater Jesu und Mann Mariens. Die Bibel nennt ihn nur an wenigen Stellen und er hat sich nie in den Vordergrund gedrängt. Trotzdem spielt er eine bedeutsame Rolle in der Geschichte seines gesetzlichen Sohnes. Nach dem Matthäusevangelium durchleidet Josef, „der Arbeiter“, angesichts der Schwangerschaft Marias einen seelischen Konflikt. Er will sich diskret und ohne Aufsehen von ihr trennen. Die Erscheinung eines Engels überzeugt ihn jedoch davon, bei ihr und dem Kind zu bleiben und beide durch alle Gefahren des Lebens zu begleiten. Als gesetzlicher Vater gibt er dem Kind seinen Namen: Jesus, das heißt „Gott wirkt heilend, rettend und erlösend.“ Nach der Darstellung Jesu im Tempel rettet er die Seinen vor dem Kindermord des Herodes. Als die Gefahr vorüber ist, kehrt die Familie aus Ägypten zurück und lässt sich in Nazareth nieder. Ein letztes Mal wird Josef erwähnt bei der Suche der Eltern nach Jesus während der Wallfahrt nach Jerusalem. Danach ist er verschwunden. Der große Hörende und Nachdenkliche hat seine Aufgabe erfüllt. Er ist „gerecht“, weil er auf eine spontane und lebendige Art und Weise sein Leben ganz auf Gottes Plan ausrichtet. Josef war sicherlich keiner, der Gott lästig empfand, ihn ermüdete oder ihm auf die Nerven ging, wie der König Ahas. Dieser stellte die Geduld Gottes auf die Probe, er wollte ihn um nichts bitten und stellte sich gegen Gott (Jes 7,12f.). Neben Blockierern wie Ahas gibt es auch Wegbereiter Gottes: Der Prophet Jesaja, der wortmächtige Apostel Paulus, die vertrauensvolle Maria und der stille und zugleich einsatzfreudige Josef, sie alle sind mit ihren unterschiedlichen Temperamenten und Talenten Wegbereiter für den „Gott mit uns“. 

Auch wir sind berufen nach unseren je eigenen Möglichkeiten etwas vom „Gott mit uns“ in diese Welt hineinzubringen. Die Gottesferne hat ein Ende! Menschen können anderen Gott nahebringen! 

Ihr Priesteramtskandidat Johannes Shimizu

Kirchengemeinde St. Servatius

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