Beginnend mit dem Gründonnerstag lud das Vorbereitungsteam des OA Stallberg (Ulich Kollwitz, Ursula Holzapfel, Konrad Roth, Clemens Schulze-Holthausen, Beate Hoffsümmer, Klara Bernhardt, Bruno Kreitz, Uta Köpp) die Gemeinde ein zum Passahmahl.
Es ist die Nacht vor dem Auszug der Israeliten. Dort wurden Bitterkräuter mit Salzwasser gereicht, Weiß- und Rotwein, ungesäuertes Brot mit Fruchtmus, Kalbfleisch.
Pfarrer Matthias Holzapfel (i. Ruhestand) trug mit seiner Erzählung dazu bei, dass viele Fragen geklärt wurden. Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächste? Warum essen wir dieses ungesäuerte Brot? Warum essen wir die bitten Kräuter? Warum feiern wir heute Abend dieses Pascha-Fest? (Sedermahl).
Am Karfreitag fand eine Liturgie mal ganz anders statt. Hier war ein Kreuz errichtet, an dem die weinenden Frauen von Jerusalem zu sehen waren und ein Soldat. Darüber hinaus waren Rosa Stein (aus Köln), Ilse Fröhlich und Oscar Ruben Hoffmann aus Siegburg zu sehen. Alles Menschen, die ebenfalls den Kreuzweg mitgegangen bzw. einen Kreuzweg in ihrem Leben erlebt hatten. Die letzten 3 waren verfolgte und getötete Juden, denen jeweils ein Stolperstein gewidmet wurde.
Stolpersteine markieren den letzten frei gewählten Wohnort jüdischer und anderer verfolgter Menschen, um ihr Schicksal ins Bewusstsein zu holen. Die Steine stehen gegen das Vergessen und für persönliches Gedenken. Sie liegen direkt vor den Häusern, um im Gehen „im Geiste zu stolpern“, kurz innezuhalten und die Inschrift zu lesen. Die Berichte über das Leben dieser Menschen war sehr ergreifend.
Danach durften alle, die ein Kreuz mit persönlicher Bedeutung mitgebracht hatten, an den Altar kommen und erzählen, warum das mitgebrachte Kreuz für die eine besondere Bedeutung hat.
In der Osternacht am 4.4. wurde um 20.30 Uhr das Osterfeuer und die Osterkerze auf dem Kirchplatz entzündet.
Von dort wurde die Flamme an alle kleinen Osterlichter der Gottesdienstbesucher zum gemeinsamen Einzug in die Kirche weitergegeben.
Anstatt Predigt wurde wiederum über 3 Personen berichtet, die ebenfalls in ihrem Leben einen furchtbaren Kreuzweg erlebt haben.
Dietrich Bonhoeffer (geb. 4.02.1906 in Breslau, Polen, gest. 9.04.1945 (Alter 39) im KZ Flossenbürg) Er war am deutschen Widerstand gegen den Nationssozialismus beteiligt.
Edith Stein (geb. 12.10.1891 in Breslau, gest. 09.08.1942 in Auschwitz). Sie war als Lehrerin, Wissenschaftlerin und Vortragsreisende unterwegs. 1933 trag sie in das Kölner Karmelitinnen-Kloster ein. Um ihre Mitschwestern zu schützen, wanderte sie nach Holland aus. Edith Stein und ihre Schwester Rosa wurden am 2.8.1942 verhaftet – ein Racheakt der Nationalsozialisten als Reaktion auf den Protest der Niederländischen Kath. Bischofskonferenz gegen die Judenverfolgung.
Nelson Mandela (geb. 18.07.1918, gest. 5.12.2013) zählte zu den großen Kämpfern gegen die Unterdrückung der Schwarzen, Er wurde für seinen Widerstand gegen die Apartheid zu lebenslanger Haft verurteilt. Seine Freilassung nach 27 Jahren markierte eine Wende in Südafrika. Als erster schwarzer Präsident führte er sein Land auf den Weg zu Demokratie und Versöhnung.
Die Auferstehungsmesse wurde musikalisch von den Kirchenchören Stallberg/Wolsdorf gestaltet.
Am Ende des Gottesdienstes gab es wie jedes Jahr ein Osterei für alle Besucher.
Auch wenn die Osternacht fast 2 Stunden dauerte (durch die Erzählungen über die 3 o.g. Personen), so gingen alle doch mit einem guten Gefühl nach Hause.
„Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an diesem neuen Tag“
(Dietrich Bonhoeffer)
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