Unser Gott ist „kein Gott von Toten, sondern von Lebenden“

08.11.19 17:14
Diakon Marc M. Kerling

Während ich diese Zeilen scheibe, liebe Schwestern und Brüder, regnet es in Strömen, und das war auch am 1. November so, Novemberwetter eben, „passend zu Allerheiligen“ – wieso eigentlich?

Zum Vorwort des 32. Sonntags (c) Gabi Pöge

Wenn wir das heutige Evangelium hören, beschleicht uns vielleicht der Verdacht, dieses Klischee (vermutlich von oft genug im Regen durchweichten Wegen auf den Friedhöfen, auf denen wir die Gräber unserer Verstorbenen besuchen, geprägt) könne ebenso unsinnig sein wie die Frage, die sich Jesus anhören muss. Schlimm genug, dass die, die die Frage stellen, die Auferstehung leugnen. Und dann noch diese völlig absurde Konstruktion! Die Ärmste, bedauernswerte Frau, die da durch die Hände von sieben Männern weitergereicht wurde, als ob sie im Himmel das Schneewittchen eines dieser sieben Zwerge wäre!

Wenden wir uns von diesem Unsinn ab und dem, was Jesus sagt, zu: Unser Gott ist „kein Gott von Toten, sondern von Lebenden“. Traurig also, dass viele, wenn vom Tod die Rede ist, zunächst immer nur an die denken, die bereits auf dem Friedhof liegen. Und als ob das nur die Älteren oder ganz Alten wären. Da stellt sich mir die Frage, ob vielen die Auferstehung und das Ewige Leben nicht genauso fern sind wie der Tod? Mich erinnert das an eine Zeit, in der sich Menschen erst kurz vor dem Tod taufen ließen, damit sie von der Taufe direkt in den Himmel kämen. Für die, die so denken, ist Gott ein Gott von den Toten.

Jesus nennt Gott aber eindeutig einen „Gott von Lebenden“ und das bedeutet für mich, dass Gott unser Gott mitten in unserem Leben ist. Und das Leben, das er verheißt, beginnt genau da und ebenso mitten in unserem Leben.

Wenn wir also nach dem Ewigen Leben fragen, sollten wir auch auf das Leben schauen und nicht auf den Tod. Uns ist ja nicht der ewige Tod verheißen, sondern das Ewige Leben. Und das hat sein Fundament in jeder Stunde unseres Lebens. Die Auferstehung findet nicht davon losgelöst irgendwann danach statt, sondern beginnt im Hier und Jetzt und hat ihren Anfang heute, jeden Tag. Und was unser Leben, mein Leben, dein Leben, ausmacht, ist bei Gott aufge-hoben. Bei ihm geht nichts verloren.

In welcher Weise dann all das in unser Ewiges Leben hinein auferstehen wird, wissen wir nicht. Das können wir aber auch getrost Gott überlassen, denn seine Liebe übersteigt unser Wissen, und sie „zerstört nicht, sondern vollendet“ (Franz von Sales). Das ist unsere Hoffnung: Die Gemeinschaft mit Gott, der sich uns in Liebe zugewandt und so die sichere Hoffnung geschenkt hat, dass wir das „Leben haben und es in Fülle haben“ dürfen.

Viel Freude über diese Hoffnung, trotz Regen, wünscht Ihnen 
                  Diakon Marc M. Kerling

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