Große Freude in praller Sonne bei 34° in der Mühlenstraße in Siegburg, wo Pfrarrer Karl-Heinz Wahlen der fertig renovierte kleine Wegekapelle mit der restaurierten Muttergottes mit Kind den kirchlichen Segen gab. Dabei nahm er alle Spenderinnen und Spender und besonders die ehrenamtlichen Einsätze mit in seinen Segen auf. Nur mit Gemeinsinn konnte diese Arbeit gelingen!
Die Renovierungskosten wurden je zu einem Drittel von der Eigentümerin, der Stadt Siegburg, der Stiftung Michaelsberg und dem Verein der Freunde und Förderer des Michaelsberges e.V. geschultert, deren Vorsitzende Dr. Andrea Korte-Böger auch das gesamte Projekt managte. Hinzu kamen Spenden aus der Bevölkerung, die auch einen Innenanstrich ermöglichten. Dann kam die große Überraschung: eine junge Siegburger, Johanna Baldus, Absolventin der TH Köln als Restauratorin schenkte(!) ihre Arbeit zur Wiederherstellung an der Figur und Malermeister Paul Pausder aus Bad Honnef vergoldete schließlich noch Blumen und Rosetten am schmiedeeisernen Gitter als Geschenk an die Muttergottes. Und Frau Cacciatore und Frau Binot kümmern sich weiterhin um die laufende Pflege der Wegkapelle.
Im Bild vlnr: Johanna Baldus, Prof. Dr. Herkenrath, Dr. Korte-Böger, Dr. Haase-Mühlbauer, Paul Pausder, Pfarrer Wahlen, Maria Cacciatore, Bettina Binot
Pfarrer Wahlen betonte in seiner kurzen Ansprache, dass sakrale Kunst eine Botschaft,hat die auf Gott, auf den Glauebn hinweist.
Die Mutter Gottes als die Vertrauende, die ihr ja zu Gott gesprochen hat. Aber auch diejenige, die Schutz bieteet. Die Menschen brauchen Orte, wo sie erfahren können: Der Zuspruch ist nicht nur Gerede, er ist Wirklichkeit. Solch ein Ort ist diese Wegkapelle hier in der Mühlenstraße, das kann man immer wieder beobachten: Die Menschen bleiben stehen, gucken, sprechen auch ein kurzes Gebet, laden ihre Sorgen bei der Mutter Gottes ab.
So war er gerne gekommen, um die Mutter Gottes zu segnen. Ihr Bild erinnert uns daran, dass die Mutter Jesu auch unsere Mutter ist, die wir in jeder Not anrufen können. Damit man den Segen, der auch uns Menschen gilt, auch spüren kann, dafür ist das Weihwasser da.
Susanne Haase-Mühlbauer, als Vertreterin der Stadt Siegburg, erinnerte sich an ihre Kindheit. Der Schulweg führte am Heiligenhäuschen auf der Zange vorbei. Ein Gefühl der Verbundenheit über die Symbole des Glaubens. "Da bleibt man stehen und kann ein Gebet sprechen", hatte ihre Oma immer gesagt. Und wer weiß, vielleicht wurde Joseph Mohr, der Komponist der Siegburg Hymne "Ein Haus voll Glorie schauet" (inspiriert durch die Abteikirche), bei der Bearbeitung des Liedes "Maria breit den Mantel aus" ja durch die Mutter Gottes Figur in der Kapelle unterhalb der Abtei inspiriert, die ja schon 1755 erbaut wurde.
Wie es Abt Christoph von Hagen, Benediktiner Abt 1755 und Erbauer der Kapelle, sich wünschte, wird nun wieder jede und jeder, der über die Mühlenstraße stadteinwärts geht oder fährt oder staut, mit einem Segen der Muttergottes begrüßt. Und wer heute daran vorbei geht, kann als Gruß und Dank ein Postkarte und ein kleines Gebetsblatt mitnehmen.
Jungfrau und Gottes Mutter Maria
breite deinen Mantel aus über das Land.
Erflehe den Segen deines Sohnes allen,
die hier wohnen und vorübergehen,
denen, die Verantwortung tragen für ihre Mitbürger,
und denen, die den Glauben künden.
Tritt ein am Thron deines Sohnes
für die Armen und Einsamen,
für die Kranken und Verzweifelten,
für die Familien und alle Menschen guten Willens.
Sei uns allen Vorbild und Mutter des Glaubens,
damit wir begründet seien
in der Liebe des dreifaltigen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
AMEN (Gebet von Kardinal Döpfner)
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