Vorwort des aktuellen miteinander: Taufe Jesu

09.01.26, 08:00
Diakon Gerd Scholand

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen,

mit dem Fest der Taufe Jesu beendet die Kirche heute den kurzen Weihnachts-festkreis. Die meisten Christinnen und Christen waren Kinder und haben ihre eigene Taufe nicht bewusst erleben dürfen. Wann der einzelne Getaufte sein eigenes Christsein als die bedingungslose Annahme durch den liebenden Gott erfahren hat, wird im Glaubensleben ganz unterschiedlich spürbar werden.

Vielleicht möchten wir genauer wissen, was den etwa dreißigjährigen Galiläer dazu bewogen hat, Familie und Heimat zu verlassen, um als Wanderprediger das Reich Gottes zu verkünden. Der Bußprediger Johannes hatte am Jordan bereits eine anziehende Umkehraktion mit einer Taufe „zur Vergebung der Sünden“ programmiert. Ging Jesus etwa bei Johannes in die Lehre? Er reihte sich unerkannt ein und ließ sich von Johannes taufen. In dieses von den Sünden der Menschen erfüllte Jordanwasser steigt Jesus hinab. Millionen Menschen, wie etwa Hindugläubige springen in die Fluten des Ganges, weil sie glauben ihre Sünden und Verfehlungen dem Wasser des für sie heiligen Flusses übergeben zu können.

Nehmen wir die unterschiedlichen Evangelien als entscheidende Grundlage unseres christlichen Glaubens. Dort erfahren wir, dass schon bei seiner Geburt dieses Kind Jesus in die Abgründe hinabgestiegen ist und in der Jordantaufe durch Johannes führt ihn dieser Hinabstieg in die Tiefen unseres Menschseins zu einer Begegnung, die auch uns bereits in unserer Taufe verwandelt. 

Der Jude Jesus aus Nazaret lebt nach den Vorschriften der Tora (5 Bücher Mose) und schöpft aus den prophetischen Schriften. Aber er geht weiter, weil er die Zeit für ein neues Gottesverhältnis jenseits des „Gesetzes“ angebrochen weiß. Wenige Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung formuliert der Jude Paulus eine kühne, konsequente Utopie: „Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus“ (Gal 3,28). 

Paulus erfährt nach seiner Umwandlung vor Damaskus das Ideal einer auf Jesus orientierten Glaubenspraxis in den sich bildenden Christengemeinden. Es ist einfach falsch davon zu reden, Paulus habe einen Keil zwischen Juden- und Christengemeinden geschlagen. Im Brief an die Gemeinde in Rom bekennt Paulus, wo seine Wurzeln und die der Christen liegen: „So sollst du wissen, dass du die Wurzel nicht trägst, sondern die Wurzel trägt dich“ (Röm 11,18) Diese Wurzel ist Israel, ist das Judentum, ja das pharisäische Judentum. 

Somit ist während Jesu Taufe im Jordan durch Johannes ein klares Gotteswort für die Mitmenschen damals und alle Christen über die Jahrhunderte bis heute wirksam: “Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“

Ein gesegnetes Jahr 2026 wünscht  

Diakon Gert Scholand 

 

church-window-1016443_1280 (c) pixabay

Kirchengemeinde St. Servatius

Mühlenstraße 6
53721 Siegburg

Notruf für Krankensalbung:
0152-02697547

Das Pastoralbüro ist für den Publikumsverkehr geöffnet:

Mo - Mi       09:30 - 13:00 Uhr
Do                09:30 - 18:00 Uhr
Fr                  09:30 - 12:00 Uhr

Neuigkeiten

Vorwort des aktuellen miteinander: Taufe Jesu

9. Januar 2026, 08:00
Mit dem Fest der Taufe Jesu beendet die Kirche heute den kurzen Weihnachts-festkreis.
Weiter lesen

Rückkehr der Sternsinger

6. Januar 2026, 22:51
Zu einem gemeinsamen Abschlussgottesdienst kamen alle Sternsinger Siegburgs in der Abteikirche zusammen.
Weiter lesen

Empfehlen Sie uns