Wiederfinden des Verlorenen

13.09.19 11:43
Gemeindereferentin Carmen Kremser

Liebe Schwestern und Brüder,

Bild zum Vorwort des 24. Sonntages (c) Gabi Pöge

die Lesungstexte, die das Bistum für heute vorsieht, sprechen vom Wiederfinden des Verlorenen

Der Mensch verliert sich immer wieder… er verliert den Kontakt zu sich selbst- zum Mitmenschen - zu Gott. Und Gott ist derjenige, der unaufhörlich nach uns sucht, treu auf uns wartet und uns immer wieder aufnimmt.

In der Taufe hat uns Gott zu seinen geliebten Kindern gemacht und eine unzerreißbare Beziehung und Freundschaft zu uns geknüpft. Er hat uns dabei die Würde und die Freiheit der Kinder Gottes geschenkt. Damit verbunden ist aber auch der Anspruch an uns, das Licht der Liebe Gottes in unserem Leben und Handeln leuchten zu lassen. Das hört sich einfach an - und doch ist es sehr anspruchsvoll. Wir merken immer wieder, dass wir hier an unsere Grenzen kommen, und es nicht immer schaffen, diesem Anspruch gerecht zu werden, dass wir manchmal auch bewusst gegen diesen Anspruch handeln. 

Sünde und Schuld beginnen, wo wir uns in unserem Handeln von Gott, den Mitmenschen und uns selbst entfernen, sie stellen Störungen in den Beziehungen dar. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn zeigt uns, wie wir oft unsere Beziehungen leben. Das schlechte Gewissen nagt dann an uns, und wir spüren die Sehnsucht nach versöhntem Leben.

Der Hunger, vor allem der Hunger nach versöhntem Leben, bewegt den jüngeren Sohn zur Umkehr. Er entschließt sich, seine Schuld zu bekennen, weil er weiß, dass er sonst nicht überleben wird.

Doch dann die Überraschung: Der Vater kommt ihm zuvor, ergreift selbst die Initiative und geht ihm entgegen, tief bewegt, voller Mitleid und Barmherzigkeit.

Und dann das Unglaubliche, Unvorstellbare, den Protest der auf Gerechtigkeit bedachten Menschen provozierend: Der Vater umarmt ihn, küsst ihn, vergibt ihm – noch bevor der Sohn seine Schuld und Reue ihm gegenüber aussprechen und bekennen kann. Er schenkt das neue Gewand als Zeichen der Ehre, den Ring als Zeichen der Sohnschaft, die ihn wieder zum Erben macht, die Schuhe als Zeichen des Ansehens.

Diese Geschichte wird zum Vorgeschmack der Auferstehung – mitten im Leben.

Wir alle haben einen Grund zum Feiern: Ich muss nicht umkehren, damit Gott mir vergibt und neues Leben schenkt. Er vergibt, damit ich umkehren kann, damit ich meine Taufwürde wieder neu formen kann. Und wenn ich Gottes bedingungslose Vergebung mir gegenüber annehme und ernst nehme, dann muss ich diese auch jedem anderen Menschen gegenüber zusprechen und mittragen, ja bisweilen auch aushalten. Als Kirche und Gemeinde müssen wir uns fragen, ob unser Umgang mit schuldig gewordenen Menschen innerhalb und außerhalb unserer Gemeinschaft dem Anspruch des Evangeliums entspricht. Und auch für jeden einzelnen selbst wird dieser Anspruch zur Herausforderung: Gottes Vergebung auch Menschen gegenüber mitzutragen und auszuhalten, die ein in meinen Augen unentschuldbares Verhalten an den Tag gelegt haben, sogar dann, wenn sie dabei mich selbst verletzt haben. Dann brauche ich Gottes Zuspruch: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein.

Ihre Carmen Kremser 

Kirchengemeinde St. Servatius

Mühlenstraße 6
53721 Siegburg

In Notfällen:
0152 54136030

Öffnungszeiten:

Mo, Mi        09:30 - 13:00 Uhr
Di                 09:30 - 16:00 Uhr
Do                09:30 - 11:30 Uhr
                     13:00 - 18:00 Uhr
Fr                  09:30 - 12:00 Uhr

Neuigkeiten

Regionalforum Düsseldorf

14. Oktober 2019 22:05
Michael und Monika Laska waren als Vertreter der stadtpastoralen Einrichtung „Treffpunkt am Markt in Siegburg“ dort und berichten uns hier.
Weiter lesen

Erntedank und Patrozinium auf der Zange

14. Oktober 2019 20:20
Ein Erntegottesdienst für Kinder und ein Umtrunk auf dem Kirchplatz rahmten die Pfarrversammlung am Gedenktag der heiligen Hedwig ein.
Weiter lesen

Empfehlen Sie uns