Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen…

21.08.20, 13:45
Karl-Heinz Wahlen
21. Sonntag im Jahreskreis (c) Gabi Pöge

„Du bist Petrus der Fels und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen!“ (Mt 16,18) So steht es programmatisch (natürlich auf Latein) in der Kuppel des Petersdoms in Rom geschrieben. Doch Jesus gründet seine Kirche (oder auch Gemeinde) nicht auf Petrus, sondern auf den Glauben des Petrus, der vom Vater offenbart wurde (Mt 16,17).

Petrus allein wäre damit auch überfordert gewesen. Schonungslos berichten sowohl die Evangelien und die Apostelgeschichte als auch Paulus in seinen Briefen von den Fehlleistungen des „Apostelfürsten“. Petrus wird immer wieder von sich selbst und seinen Unzulänglichkeiten eingeholt, und dies bis zum Schluss. Die „Quo vadis“ Legende erzählt, wie er vor den Verfolgungen aus Rom flieht, ihm Jesus begegnet und den Weg zurück weist. Jesus sagt: „ich gehe nach Rom, um mich dort wieder kreuzigen zu lassen.“ Petrus erkennt nun seinen Weg der Nachfolge und geht zurück in den Bekennertod.

Die Kirche und die Gemeinde leben vom Glauben der Menschen. Zur Zeit ist unser Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki auf Visitation in Siegburg. Er will uns im Glauben stärken und von unserem Glauben erfahren. Durch Corona sind die Begegnungsmöglichkeiten eingeschränkt.

Ein Ort des Zusammentreffens sollte das Rochusfest am vergangenen Sonntag werden. Viele hatten sich eingesetzt und alles perfekt eingerichtet. Doch anscheinend hatten sich der Hl. Petrus und der Hl. Rochus nicht abgesprochen. Während der Predigt setzte der Regen ein, so dass der Gottesdienst mit einem „Vater unser“ und dem Rochussegen beendet werden musste. Schade für alle!

Doch was geschah noch? Der Bischof blieb mit Regenschirm behütet auf der Wiese und sprach mit den Menschen, während andere anpackten und den Regen nicht scheuend alles in Trockene räumten. So wurde das Ganze doch noch ein Erlebnis von Begegnung und Zusammenhalt.

Menschliche Planungen finden immer wieder ihre Grenzen. Die Kirche lebt nicht vom Perfektionismus, sondern von Menschen: Sich begegnen, zusammenhalten und-wie Petrus-, sich immer wieder neu von Gott her leiten lassen…

Ihr Pastor
Karl-Heinz Wahlen

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