Aufruf zum Dienen

17.09.21, 09:00
Gert Scholand

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen!

Müssen biblische Texte im Blick auf die menschlichen Abgründe scheinbar pessimistisch sein? Die aktuelle Wirklichkeit der derzeitigen Weltgeschichte gibt der Heiligen Schrift allzu oft Recht. Die Ereignisse in unserer nächsten Umgebung, die viele Menschen durch die Wasserflut in nie zu erwartende Nöte gebracht und auch in den Tod gerissen haben.

Das erschreckende Scheitern, Volksgruppen in Afghanistan zu einem Mehr an Freiheit und dauerhaftem Frieden zu verhelfen, ist nach 20 Jahren aus sehr unterschiedlichen politischen, militärischen und sicher auch weltanschaulichen Gründen zu beklagen.

Nachdem ich noch einmal den Text der ersten Lesung aus dem Buch der Weisheit an diesem 25. Sonntag im Jahreskreis gelesen habe, fällt es mir schwer, auf die traditionelle Formel „Wort des lebendigen Gottes“ mit „Dank sei Gott“ zu antworten. Leserinnen, Leser vernehmen ja ausschließlich Worte der „Frevler“. Wir lesen oder hören keine Erwiderung des bedrohten Gerechten noch eine Bewertung durch den oder die Verfasser, auch eine zu erwartende Weisung Jahwes, des Barmherzigen, klingt nicht durch. In den folgenden Versen (21-24) werden erst die  klugen Überlegungen der gottlosen Frevler unsinnig genannt. Warum finden diese keine Erwähnung im Text der Leseordnung?

Die Worte aus dem Weisheitsbuch der hebräischen Bibel werden auf das heutige Evangelium bezogen. Jesus bietet den zwölf Jüngern die Chance, mit ihm über das zu reden, was sie vorher nicht verstanden hatten. Doch der Versuch Jesu, die Jünger zu belehren, ging gründlich schief. Der geschickte Katechet greift für die damalige Zeit zu einem ungewöhnlichen Mittel, indem er ein Kind in die Mitte stellt und es umarmt. Dieses Zeichen unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Aufrufs zum Dienen. Das Anstreben eines hohen Amtes in der Kirche ist nach wie vor für viele von großem Reiz. Aber wer Vorzugsplätze in der Liturgie und prachtvolle Gewänder liebt, hat den Sinn des Wortes  DIENEN noch nicht begriffen. Am letzten Samstag im August wurde im Aachener Dom ein religiöses Gedenken für die Toten der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie der Nachbarländer Belgien und Niederlande gefeiert. Hinter den aktiven Zelebranten waren im Chorraum eine Vielzahl von Bischöfen aus verschiedenen Bistümern im purpurnen bzw. violetten Bischofshabit versammelt. Dagegen waren die Sprecherinnen und Sprecher einzelner Betroffener aus den Katastrophengebieten manchmal schwierig zu erkennen. Die Jünger werden von Jesus kritisch darauf hingewiesen, erst einmal unattraktive Arbeit zu leisten, bevor es einen Anlass gäbe, darüber zu streiten, wer denn der Größte von ihnen sei.

Dass  in einer christlichen Gemeinde unterschiedliche Meinungen sich geschwisterlich  entwickeln, wünscht Diakon i.R. Gert Scholand  

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