Barmherzigkeit! Für wen???

13.07.19 05:21
Kaplan Thorsten Kluck
14. Juli 2019 (c) Gabi Pöge

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter gehört wohl zu den bekanntesten Texten der Hl. Schrift. Unzählige Male wurde es künstlerisch dargestellt und der Mann aus Samaria, der zum Namensgeber und Vorbild vieler wohltätiger Vereinigungen wurde, denken wir etwa nur an den Samariterbund, er gilt bis heute als Inbegriff der Barmherzigkeit.

Dabei stellt sich natürlich die Frage, wie man diesem Menschen, den Jesus uns zum
Vorbild gibt, nacheifern kann und damit untrennbar verbunden auch immer wieder die
ganz persönliche Frage: Wer ist eigentlich mein Nächster?

Einem Menschen Gutes zu tun, der uns nahesteht, der uns sympathisch ist und mit dem
wir freundschaftlich oder vielleicht sogar familiär verbunden sind, dürfte wohl den meisten
Menschen leichtfallen, wenn nicht sogar selbstverständlich sein.
Im Evangelium ist es anders. Der Nächste, der dort Hilfe braucht, ist zunächst einmal ein
unbekannter Mensch, der misshandelt und halbtot auf dem Weg liegt, auf dem der
Samariter unterwegs ist. Wenn wir diese Übertragung auf unsere ganz persönliche
Situation gelten lassen wollen, dann offenbart dieser Umstand eine durchaus heikle
Anfrage für jeden einzelnen von uns.

Wie halte ich es mit der Barmherzigkeit? Reserviere ich sie exklusiv nur für diejenigen,
die mir sympathisch sind? Oder gilt sie auch denen, die mir – im übertragenen Sinne –
auch im Weg sind, die mir quer liegen? Auch in diesen Menschen meinen Nächsten,
auch in ihnen das Angesicht Gottes zu erkennen, das ist es, worauf es letzten Endes
ankommt.
Es geht bei der Nächstenliebe nicht so sehr darum, überschäumende Emotionen zu
spüren, ein solcher Anspruch würde uns wohl maßlos überfordern. Viel entscheidender
ist eine Grundhaltung, die bereit ist zuzugestehen, dass eben auch der Mensch ein
Ebenbild Gottes ist, der mir vielleicht nicht ohne weiteres sympathisch ist, dem ich mich
aber genau deshalb in seiner Bedürftigkeit zuwende und ihm damit die Nähe gebe, die
ihn zu meinem Nächsten werden lässt.
Vielleicht kann das der erste Schritt sein, Vorurteile abzubauen, Verständnis und
Verständigung zu ermöglichen, von der letzten Endes auch ich selbst profitiere und die
mein Leben wieder ein ganzes Stück reicher werden lässt, so dass die Worte Jesu sich
immer wieder erfüllen, mit denen er auch uns einlädt: Handle danach und du wirst leben.

Mit diesen Gedanken wünscht Ihnen das gesamte Seelsorgeteam einen gesegneten
Sonntag und einen guten Start in die Ferien, Ihr

Thorsten Kluck

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