„Da bist Du ja steinreich!“

28.07.22, 20:15
Marc M. Kerling

„Da bist Du ja steinreich!“, lachte die rüstige Rentnerin meinen Sohn an, liebe Schwestern und Brüder, zuletzt auf dem Flohmarkt in den Bonner Rheinauen, wo wir mit seiner Steine-Sammlung standen. Ich dachte „stimmt!“ und darüber nach, dass das das letzte Wochenende in unseren gemeinsamen Ferien ist und wir nicht weiter als bis Aachen gekommen waren. 

große Welle vor Kanagawa (c) Marc Kerling

Die „große Welle vor Kanagawa“ ist die einzige Welle eines Meeres, die ich im diesjährigen Urlaub sah. Sie hängt als großer Vorhang vor meinem Fenster im Arbeitszimmer. Und siehe da: Meerweh, Fernweh blieben aus, denn etwas ganz anderes stand im Vordergrund der beiden Urlaubswochen: Das Hobby meines Sohnes. Er sammelt Steine, also Mineralien, vorzugsweise „schöne“ wie Amethyst oder Rosen- und Rutilquarz. 

Aquamarin (c) Marc Kerling

Ich selbst finde blaue und grüne Steine am schönsten, in allen Farbgebungen, vom hellen Calzedon über den uneindeutig changierenden Chrysokoll bis hin zum tiefblauen Lapislazuli. So lässt sich auch das Meer betrachten, am ehesten im Stein, der auch so heißt: „Wasser des Meeres“, Aquamarin. Und dieses „Meerwasser“ ist mal blassblau, mal grünlich schimmernd, aber immer durchscheinend, mitunter sogar durchsichtig – wie Wasser eben.

Larimar (c) Marc Kerling

Ein anderer Stein sieht aus wie eine Felsküste, an die das hellblaue Meer wogt, von oben betrachtet, er heißt „Larimar“, und manchmal schaue ich ihn an und träume davon, tatsächlich ans Meer zu fahren, irgendwann. Reich beschenkt fühle ich mich dann von dem, was diese kleinen Steine ermöglichen – auch sie sind Gottes wundervolle Schöpfung. 

„Steinreich“ zu sein in genau diesem Sinne, ist zum Glück nicht das, was die Lesungen und das Evangelium dieses Sonntags beschreiben: Kohelet weiß, dass das alles Windhauch ist, und doch: Auch am Meer spürt man oft den Windhauch, der einem zuflüstert: „Du Narr!, es geht nicht drum, nur für Dich selbst Schätze zu sammeln, sondern bei Gott (und durch Gott) reich (und reich beschenkt) zu sein.“ 

Meint Ihr und Euer

Diakon M. M. Kerling

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