Fastenzeit. Fasten? Verzichten?

16.02.21, 20:00
die Homepage-Redaktion
Fastenzeit Buchstabennudeln (c) Erzbistum Köln

Fastenzeit. Fasten? Verzichten? Auf was denn noch? Wir verzichten doch schon auf so vieles, ist das nicht genug? Wie sollen wir uns denn noch mehr eingrenzen? Wir denken beim Fasten zuerst immer an den Verzicht. Wir verzichten und leiden unter dem Verzicht. Die sozialen Posts sind voll von Bildern und Erinnerungen an all das, was wir seit Monaten nicht können: Urlaub machen, mit der Großfamilie und Freunden feiern, Sport und Musik in präsenter Gemeinschaft ausüben – all dies vermissen wir doch so sehr. An den Karnevalstagen wurde dies vielen von uns nochmal besonders schmerzlich bewusst. 

Das Fasten klingt also – gerade in diesem Jahr – nach einer echt blöden Idee. Denn die sonst üblichen Fastenziele sind derzeit für die meisten ziemlich schwer umzusetzen:

  • Handy oder Computer weniger zu nutzen – in Zeiten von Home Office und Home Schooling läuft nichts ohne Mobilgeräte. Auch der Kontakt zu Freunden und innerhalb von Gruppen kann oftmals nur online aufrecht erhalten werden.
  • Weniger fernsehen – für manchen Menschen ist das Fernsehen die einzige Abwechslung, der einzige Kontakt nach draußen.­
  • Weniger essen (klassisch fasten) – Ist es nicht gerade in diesen Zeiten solidarisch, den Lieferservice meines Lieblingsrestaurants mal öfters zu nutzen, damit es diese schwere Zeit übersteht? 
Fastenplakat 2019 (c) Gabi Pöge

Fasten dient der Vorbereitung auf Ostern. Wir wollen uns an das Leiden und Sterben Jesu Christi erinnern und bereiten uns auf Ostern vor, auf die Botschaft der Auferstehung. Wir wollen Gottes Botschaft hören können, uns von ihr berühren lassen, Gott nahe sein. Aber unser Alltag ist meist gut durchgeplant, er lässt wenig Freiraum und viel zu oft bleibt keine Zeit für Gott und unsere Beziehung zu ihm. Vielleicht brauchen wir ganz bewusst Zeiten des Verzichtes, geplante Zeiten des Verzichts. Momente, in denen wir uns selber anders wahrnehmen, anders spüren können. Eine Weile das zu vermeiden, womit wir sonst viel Zeit verbringen und uns besonders im Wege stehen, das Alltagsritual durchbrechen.

Wandeln - Andere Zeiten e.V. (c) Martina Sedlaczek

Das ist nicht leicht. Manchem hilft es, wenn er etwas in den Händen halten kann, das ihn täglich erinnert, ihm einen Anstoß zum Nachdenken über sich und seine Beziehung zu Gott, den Menschen und der Schöpfung gibt. Hier finden sich im Internet und im Buchhandel viele Angebote.

Haltestellenschild: 40 Tage (c) Gabi Pöge

Ein Kreis von engagierten Ehrenamtlern und Pfarrer Wahlen hat für diese Fastenzeit ein besonderes Projekt ins Leben gerufen: “Haltestellen 40 Tage“ werden ab dem ersten Fastensonntag in der Nähe aller Kirchen zu finden sein. 

Fastenzeit Zettel (c) Erzbistum Köln

Ein wöchentlicher ganz gezielter Spaziergang zu einer dieser Haltestellen, lässt Sie dort ein Fastentütchen finden, mit Impulsen für groß und klein, der Möglichkeit zu antworten, um Bitten und Wünsche loszuwerden, die in die nächsten Impulse wieder einfließen könnten. So kann es zu einem interaktiven Austausch kommen. Zu einem gemeinsamen Hingehen auf Ostern, auf das Fest der Freude, der Erlösung durch die Auferstehung Jesu Christi, der Verheißung auch für uns.

Wir wünschen Ihnen und uns, dass wir die Fastenzeit erleben können als eine Zeit, in der es uns gelingt, Gott und unserem Glauben mehr Raum zu geben und ihm näher zu kommen.

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