Unser wertvollster Schatz – die Freundschaft mit Jesus

07.05.21, 15:40
Marc M. Kerling

Zu all dem, was in diesen Krisenzeiten auf dem Prüfstand steht, liebe Schwestern und Brüder, gehört für mich sehr weit vorne, welche Freundschaften die Geduldsprobe durchhalten. Nicht erst Geburtstag oder Namenstag, auch die Zeit selbst werden da zu Wasserstandsmeldern einer Tragfähigkeit: Wer hat mich schon wieder vergessen, wen ich? 

Es gibt Freundschaften, die einschlummern. Gefühle, die abflauen. Erinnerungen, die in Vergessenheit geraten. Nicht alles in unserem Leben kann ein Dauerbrenner bleiben. Etwas aber doch. Es gibt dieses Wachsein, diese Präsenz im Hier und Jetzt, gegenwärtig zu sein, ohne in Trägheit und Dämmerlicht zu versinken. Denn wirklich „da“ sein gelingt, wenn wir eine Empfindsamkeit für Herz und Sinn zulassen, die Schmerz und Freude gleichermaßen wagt und erträgt. Und Abstand oder große Zeiträume, in denen man sich nicht sieht. 

Das hat für mich viel mit „Bleiben“ zu tun. Im heutigen Evangelium spricht Jesus genau davon. Und mir fällt auf, dass ich in der Erstkommunionvorbereitung immer von den „Freundinnen und Freunden“ Jesu spreche, weniger von seinen Jüngern. Nicht erst die „Freunde Gottes allzugleich“ sind „verherrlicht hoch im Himmelreich“, sondern es fängt hier und jetzt an, und meint uns alle, Freundinnen und Freunde. 

Zu „bleiben“ hat dabei nichts mit Unbeweglichkeit oder gar Sturheit zu tun – ganz im Gegenteil. Nur der, der sich entschieden und seine Lebenshaltung gefunden hat, kann von diesem Standpunkt auf andere zugehen. Wer höchst flexibel ständig die Positionen wechselt und sein Fähnchen permanent in den Wind hängt, ist kaum einschätzbar und wenig für einen Austausch geeignet. In Jesu Liebe zu bleiben, heißt, auf seine Freundschaft zu vertrauen, nämlich jene Freundschaft, die er selbst schenkt – als Erster. 

Kein Herr-Diener-Verhältnis, sondern partnerschaftlich, auf Augenhöhe. Offenheit und Vertrauen gehören daher unbedingt dazu. Deshalb hat Jesus seinen Freundinnen und Freunden nicht nur alles mitgeteilt, was er vom Vater gehört hat, sondern er hat sie auch noch dazu erwählt, ihre Lebenshaltung und -praxis von seiner Liebe prägen zu lassen. Eine Zu-Mutung im besten Sinne, weil alle viel an Verantwortungsbewusstsein und Entscheidungsfähigkeit brauchen, denn Jesus befiehlt ja nicht, was zu tun ist. Da heißt es, erfinderisch zu sein in der Liebe. Aus der Haltung des Bleibens traut Jesus uns zu, das jeweils Richtige und Gute in den unterschiedlichen Situationen mit Blick auf den Nächsten zu finden. In der Liebe zu bleiben, erfordert viel an Beweglichkeit und Einfallsreichtum.

Schatzkiste (c) Gabi Pöge

Apropos „Reichtum“ und beschenkt zu sein: In einem Hymnus von R. Tagore heißt es: „Herr, lass […] mich das Wissen um deine Freundschaft mitnehmen in meinen Alltag.“ Zusammen mit den Kommunionkindern haben wir ganz am Anfang des Weges unsere „Reichtümer“ (das, was uns kostbar ist und womit wir beschenkt sind) in Schatzkästchen gelegt. 

Ich habe ein besonderes Gebet, mein Lieblingsgedicht, einige Bilder, Erinnerungen an besondere Momente unseres Lebens, aber – ganz wichtig! – meine Freundschaften hineingelegt. Dass ich auch den Sohn Gottes meinen „Freund“ nennen darf, ist unglaublich! Das ist ein Anker. Und so vertraue ich darauf, dass diese Schätze die Kraft besitzen, mich auch in Notzeiten zu versorgen und zu tragen.

Mit Christus als Freund (und guten Freundinnen und Freunden irgendwann auch wieder an der Seite!) lässt sich jede Aufgabe meistern. Jesu Freundschaft und jetzt, am Ende des Weges auf die Erstkommunion zu, er selbst, ist ein Schatz in meiner Hand! Dass wir das immer wieder spüren, wie die Kinder in diesen Tagen zum ersten Mal, wünscht Euch und Ihnen für das Pastoralteam und immer noch österlich: 

Ihr
Diakon M. M. Kerling

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