Was wurde aus den Erkenntnissen des II. Vatikanischen Konzils?

03.11.22, 21:25
Diakon Gert Scholand

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen,

dieses Jahr, diese Monate und Wochen erinnern mich besonders an das große Ereignis: Beginn des 2. Vatikanischen Konzils im Oktober 1962. Ich habe in dem einen oder anderen Sonntagswort früher dieses grundlegende Konzil der Kirche im 20. Jahrhundert erwähnt. Es war für die Christinnen und Christen ein so wichtiges Ereignis nach den Erschütterungen, die die Menschen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch zwei Weltkriege, Spaltungen durch unterschiedliche politische Ideologien in westliche und östliche Machtbereiche wie reiche Nordländer und Entwicklungsländer auf der südlichen Halbkugel unterteilten.

Die Kirche des 2. Vatikanischen Konzils stellte sich nicht mehr nur europäisch dar, sondern als Weltkirche. In den drei Jahren bis Ende 1965 diskutierten die Bischöfe aus allen Kontinenten Themen, die weit über das rein Konfessionelle hinausgingen. Die oft aus langen Arbeitseinheiten entstandenen Konstitutionen, Dekrete und Erklärungen öffneten die Kirche zur Ökumene zwischen christlichen Kirchen und Gemeinschaften, erklärten, dass jede menschliche Person das Recht auf religiöse Freiheit hat. Ferner wurde der Dialog mit den nichtchristlichen Religionen angeregt und alles, was in diesen Religionen wahr und heilig ist, kann nicht von der katholischen Kirche abgelehnt werden. Viele Erkenntnisse und Entscheidungen auf dem Konzil waren Sprünge nach vorn. Was wurde daraus?

Die nachkonziliaren Wirren zeigten sich als sehr groß und es erwuchsen Widersprüche, die nicht selten von den bischöflich Verantwortlichen bereits im Sprung gehemmt wurden. Erste Versuche zu harmonisieren und verbindliche Gemeinsamkeiten zu finden, war die von 1971-75 einberufene Synode in Würzburg. Es wurden wieder umfangreiche Texte, die aus einer ehrlichen wie gemeinsamen Suche nach Lösungen entstanden, formuliert. Laien, Bischöfe und nicht wenige namhafte Theologen bauten auf den Erkenntnissen des 2. Vatikanums auf. Doch auch in den folgenden Jahren und Jahrzehnten zeigte sich, dass es lange dauern wird, 'bis die Kirche, der ein Konzil im 20. Jahrhundert geschenkt wurde, die Kirche des II. Vatikanischen Konzils sein wird', wie es kürzlich der bekannte Jesuit Andreas R. Batlogg schrieb. Für mich ist die Aussage des Neutestamentlers und Vizepräsidenten des Synodalen Wegs, Thomas Söding, hoffnungs- und zukunftsweisend:

„Die Kirche hat sich von Anfang an neu erfunden, indem sie sich gefunden hat: mitten in der Welt, sensibel durch den Heiligen Geist, engagiert für die Armen, vereint im Fest des Glaubens.“

Glauben heißt für mich: Gott vertrauen!

Diakon Gert Scholand

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