"kat"-holisch" heißt: das Ganze betreffend

30.07.21, 11:15
Gert Scholand

Bisher war es kaum üblich, auf das Vorwort eines Schreibers davor einzugehen. Kaplan Joaquim Wendland erinnerte vor 14 Tagen an den Synodalen Prozess, den Papst Franziskus am 10. Oktober in Rom eröffnen wird. Als Priester aus Brasilien hat er seine Kenntnis über den lateinamerikanischen Synodalen Prozess dargelegt. Bezogen auf die katholische Kirche in Lateinamerika ist der Begriff „Prozess“ sehr zutreffend. Die Bischöfe Lateinamerikas beginnen bereits sieben Jahre vor Beginn des Konzils unter der Leitung des Erzbischofs Dom Helder Camaras mit der Entwicklung eines neuen Denkens in der römischen Kirche. Die Beratungen, Erkenntnisse und Beschlüsse der lateinamerikanischen Bischöfe haben die unterschiedlichen Verfassungen, Erlasse und Erklärungen des 2. Vatikanischen Konzils als Diskussionsgrundlagen bereichert. Die Bischöfe Lateinamerikas, Joaquim Wendland nennt sie bewusst Pastoren, haben nicht lange gewartet, um die wichtigsten Beschlüsse des 2. Vatikanums in die kirchliche Praxis der Gemeinden umzusetzen.

Die katholische Kirche darf dankbar sein, im ehemaligen Kardinal Jorge Mario Bergoglio, einen Papst an der Spitze der Kirche zu haben, der die Erfahrungen aus der lateinamerikanischen Kirche in die Weltkirche einbringt. Die Traditionen in der Kirche zeigen sich reichhaltig über die Jahrhunderte hinweg und haben sich immer dann einer Begradigung entzogen, wenn durch autoritäre Entscheidungen aus der Leitungsspitze der Traditionsstrom ideologisch und dogmatisch eingeengt wurde. Ich erinnere an das Dogma  des 1. Vatikanischen Konzils (1869/70), das den römischen Bischof (Papst) in höchster Lehrgewalt als unfehlbar erklärte. Es entstand ein neuer Seitenarm der katholischen Kirche: die altkatholische Kirche. „Doch alle Seitenarme und Altgewässer gehören zum umfassenden Traditionsstrom dazu, der „kat-holisch“ ist, was nichts anderes als „umfassend“ beziehungsweise „dem Ganzen entsprechend“ bedeutet.“(Hubert Wolf „Krypta“, München 2015)

Während eines Synodalen Prozesses in der Weltkirche können aktuelle Fragenkomplexe vorbesprochen werden, bevor ein erneutes Konzil verbindlich entscheidet. Ein Konzil kann zurückblicken auf Traditionen in der alten Kirche, in der verheiratete Priester und Bischöfe Gemeinden leiteten, Diakoninnen die Sorge um die Armen und Kranken übertragen bekamen.

Papst Franziskus hat die vatikanischen Archive weiter öffnen lassen, damit nach einem fachgerechten Blick in die Kirchengeschichte viele Themen in der gegenwärtigen Diskussion grundsätzlich bejaht werden. Wahrscheinlich hält Papst Franziskus die Stunde für Reformideen, „die sich aus unterdrückten Traditionen der Kirchengeschichte speisen, heute gekommen.“(H. Wolf „Krypta“)

Dass viele Frauen und Männer, Junge und Alte, am Aufbau des Reiches Gottes mitwirken,

wünscht Diakon Gert Scholand  

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